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Mehr als 100 Mio. US-Dollar Tradinggewinne: Die Strategien des „Market Wizard“ Lance Breitstein

Bildherkunft: AdobeStock_2176311650

Lance Breitstein ist ein kurzfristig orientierter US-Aktienhändler, der mehr als ein Jahrzehnt bei der Eigenhandelsfirma Trillium Trading tätig war. Sein Aufstieg verlief alles andere als schnell. Breitstein hat selbst erzählt, dass er während seines gesamten ersten Jahres keinen einzigen profitablen Monat hatte und zu den langsamsten Lernern seiner Ausbildungsgruppe gehörte. Zeitweise dachte er darüber nach, das Trading ganz aufzugeben. Was ihn weitermachen ließ, war die Überzeugung, dass er sich stetig verbesserte, auch wenn sich das zunächst noch nicht in seiner Gewinn- und Verlustrechnung zeigte.

Diese Geduld zahlte sich aus. Breitstein entwickelte sich zu einem der besten Trader bei Trillium, wurde 2020 und 2021 jeweils zum besten Trader der Firma und erzielte nach eigenen Angaben in beiden Jahren Gewinne im achtstelligen Bereich. Außerdem leitete er das Trillium-Büro in Chicago, bildete jüngere Trader aus und arbeitete später als Berater und Mentor. Im Jahr 2022 verließ er Trillium, um weniger zu traden und sich stärker philanthropisch zu engagieren.

Breitsteins Ansatz basiert nicht auf einem geheimen Indikator oder einem perfekten Chartmuster. Er sucht Situationen, in denen die Chancen vorübergehend besonders günstig sind, wartet auf die Bestätigung durch die Kursbewegung und erhöht die Positionsgröße nur bei außergewöhnlich starken Setups.

Seine gesamten Tradinggewinne werden auf deutlich mehr als 100 Mio. US-Dollar geschätzt. Für diese außergewöhnliche Performance wurde er für das neue Buch aus Jack Schwagers "Market Wizards"-Reihe interviewt.

Drei Strategien stehen bei Breitstein besonders im Mittelpunkt: Kapitulationen in Verbindung mit der "rechten Seite des V", Trendfolge über Ausbrüche und Fortsetzungsmuster sowie der Handel rund um wichtige Nachrichten und Ereignisse. Schauen wir uns diese genauer an.

Kapitulation und die "rechte Seite des V"

Kapitulations-Trading ist die Strategie, mit der Breitstein am stärksten verbunden wird. Eine Kapitulation entsteht, wenn eine Kursbewegung extrem und emotional wird. Auf der Verkaufsseite fällt der Kurs immer schneller, das Handelsvolumen steigt und Anleger geben schließlich entnervt auf. Auf der Kaufseite passiert das Gegenteil: Käufer werden euphorisch und springen nur noch auf die Aktie, weil sie immer weiter steigt.

Breitstein interessieren beide Situationen, weil extreme Emotionen dazu führen können, dass sich Kurse kurzfristig weit von einem "normalen" Niveau entfernen. Entscheidend ist für ihn aber nicht allein die prozentuale Bewegung, sondern die Kombination aus Ausmaß, Geschwindigkeit, Umfeld und vor allem das Handelsvolumen. Eine Bewegung von 10 % kann bei einer spekulativen Biotechnologieaktie normal sein, bei einem großen, ruhigen Konzern aber bereits außergewöhnlich.

Doch die Panik allein reicht ihm nicht. Entscheidend ist die sogenannte "rechte Seite des V". Nehmen wir an, eine Aktie fällt von 100 auf 70 US-Dollar. Auf dem Weg nach unten wird sie bei 75 US-Dollar gehandelt. Ein Trader könnte dort kaufen, oder er wartet, bis die Aktie bei 70 US-Dollar ein Tief bildet, nach oben dreht und später wieder 75 US-Dollar erreicht. Der Preis ist derselbe, die Situation aber eine völlig andere. Auf dem Weg nach unten haben die Verkäufer noch die Kontrolle. Auf dem Weg nach oben hat der Markt bereits gezeigt, dass Käufer zurückkehren. Das Tief bei 70 US-Dollar dient nun zugleich als klare Risikomarke.

Breitstein wartet deshalb auf einfache Hinweise eines Trendwechsels, etwa den Bruch einer kurzfristigen Abwärtstrendlinie, ein höheres Hoch oder den Anstieg über das Hoch der vorherigen Kerze. Das genaue Signal ist weniger wichtig als das Prinzip: Erst handeln, wenn sich der Markt in die gewünschte Richtung bewegt.

Die Strategie lässt sich einfach zusammenfassen: Die Panik schafft die Gelegenheit. Die Wende schafft den Trade.

Der chinesische Technologiegigant Alibaba (BABA) stellt im Oktober 2022 ein Kapitulationssetup dar (siehe folgende Abbildung). Zwischen Juli und Oktober war die Aktie um gut 50 % gefallen. Zwischen Ende 2020 und Oktober waren es sogar gut 80 %. Alibaba war also von den Hochs massiv abgestürzt, und die Stimmung wurde so negativ, dass manche Analysten chinesische Aktien als praktisch "nicht investierbar" bezeichneten. Am 24. Oktober eröffnete die Aktie mit einem Gap Down von 12 %, markierte ein neues Mehrjahrestief und fiel im Tagesverlauf auf fast minus 20 %, bevor sie intraday drehte und sich signifikant erholte. Das Handelsvolumen war extrem hoch, eines der höchsten Handelsvolumina in der Unternehmensgeschichte. Letztlich schloss sie nahe des Tageshochs ab. Solche Tage stellen für Breitstein Kapitulationssetup dar. Er hätte vermutlich im Laufe des 24. Oktobers oder am Folgetag eine Position eröffnet.  

Alibaba Chart

Quelle: https://desk.traderfox.com/

Alibaba Wachstumscheck

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

Trendfolge über Ausbrüche, Unterschreitungen und Fortsetzungsmuster

Obwohl Breitstein vor allem für Kapitulations-Trades bekannt ist, hat er sich im Laufe seiner Karriere zu einem überzeugten Anhänger der Trendfolge entwickelt. Eine seiner wichtigsten Erkenntnisse war, dass seine besten Trades oft schnell in die gewünschte Richtung liefen, während große Verluste häufig daraus entstanden, dass er gegen den Trend handelte.

Sein Grundsatz ist einfach: Der Trend ist dein Freund.

Eine Aktie mit höheren Hochs und höheren Tiefs befindet sich in einem Aufwärtstrend, eine Aktie mit niedrigeren Hochs und niedrigeren Tiefs in einem Abwärtstrend. Zusätzlich achtet Breitstein darauf, ob sich der Kurs oberhalb oder unterhalb wichtiger gleitender Durchschnitte oder des volumengewichteten Durchschnittskurses hält. Im Kern geht es immer um dieselbe Frage: Wer hat aktuell die Kontrolle?

Besonders attraktiv findet er Situationen, in denen mehrere Zeitebenen dieselbe Richtung anzeigen. Steigt eine Aktie seit Wochen, bricht über einen wichtigen Widerstand aus und zeigt auch innerhalb des Handelstages höhere Hochs und höhere Tiefs, können längerfristige Anleger, Swing-Trader und kurzfristige Händler gleichzeitig auf derselben Seite stehen. Das erhöht aus seiner Sicht die Chance auf eine Fortsetzung.

Ein klassisches Beispiel ist der Ausbruch aus einer Konsolidierung. Angenommen, eine Aktie steigt nach positiven Nachrichten von 90 auf 100 US-Dollar und bewegt sich anschließend mehrere Stunden in einer engen Spanne zwischen 98 und 100 US-Dollar. Trotz des starken Anstiegs können Verkäufer den Kurs nicht deutlich nach unten drücken. Gleichzeitig wird die Handelsspanne enger und das Volumen nimmt ab. Bricht die Aktie später bei wieder steigendem Volumen über 100 US-Dollar aus, kann daraus ein attraktiver Fortsetzungstrade entstehen.

Die Konsolidierung erfüllt dabei zwei Aufgaben. Sie zeigt, dass der Markt das höhere Preisniveau akzeptiert, und schafft eine klare Risikostruktur. Eine enge Spanne zwischen 98 und 100 US-Dollar ist deutlich leichter zu handeln als eine breite, unruhige Spanne zwischen beispielsweise 93 und 100 US-Dollar. Breitstein spricht in diesem Zusammenhang von der "Geometrie des Charts": Form und Größenverhältnisse eines Setups beeinflussen seine Qualität.

Wichtig ist zudem der Kontext. Die besten Setups entstehen meist bei Aktien, die bereits wegen wichtiger Nachrichten, hohen Volumens oder einer starken technischen Bewegung im Fokus stehen. Das Chartmuster zählt, die Situation zählt noch mehr.

Breitstein achtet außerdem darauf, ob ein Ausbruch schnell funktioniert. Entfernt sich die Aktie unmittelbar vom Ausbruchsniveau, ist das ein positives Signal. Fällt sie dagegen immer wieder unter die Marke zurück und pendelt nur um das Einstiegsniveau, sinkt für ihn der erwartete Wert des Trades.

Die Fähigkeit, die eigene Einschätzung schnell an die tatsächliche Kursreaktion anzupassen, ist ein zentraler Bestandteil seines Handelsstils.

Tesla (TSLA) stellt im Oktober 2021 ist ein sehr gutes Beispiel für Breitsteins Idee der Übereinstimmung mehrerer Zeitebenen und der Trendfortsetzung nach einem Ausbruch dar (siehe folgende Abbildung). Er spricht darüber, wie Wochenchart, Tageschart und Intraday-Trend gleichzeitig nach oben zeigten und zusätzlich die Quartalszahlen als Katalysator wirkten. Genau diese Kombination gefällt ihm besonders: verschiedene Gruppen von Marktteilnehmern kaufen aus unterschiedlichen Gründen gleichzeitig.

Tesla Chart

Quelle: https://desk.traderfox.com/

Tesla Wachstumscheck

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

Handel mit wichtigen Nachrichten und Ereignissen

Der dritte große Bereich von Breitstein ist der Handel rund um wichtige Nachrichten und Ereignisse, häufig auch als Pivotal News Trading bezeichnet. Die Idee dahinter ist einfach: Neue Informationen können dazu führen, dass der Markt eine Aktie innerhalb kurzer Zeit völlig neu bewertet.

Auslöser können überraschende Quartalszahlen, eine geänderte Prognose, Übernahmen, regulatorische Entscheidungen, kritische Berichte oder wichtige klinische und rechtliche Nachrichten sein. Plötzlich müssen viele Marktteilnehmer ihre Einschätzung gleichzeitig anpassen. Genau daraus können Chancen entstehen.

Breitstein bewertet Nachrichten jedoch nicht einfach als "gut" oder "schlecht". Entscheidend ist, wie die Meldung im Verhältnis zu den Erwartungen ausfällt. Eine Strafe von 6 Mrd. US-Dollar klingt zunächst negativ. Hatten Anleger jedoch mit 10 Mrd. US-Dollar oder sogar existenziellen Risiken gerechnet, kann die Aktie trotzdem steigen. Umgekehrt können selbst starke Quartalszahlen enttäuschen, wenn der Markt noch bessere Ergebnisse erwartet hatte.

Deshalb beobachtet Breitstein die Kursreaktion besonders genau. Wenn er eine Nachricht für negativ hält, die Aktie aber sofort steigt, ist das für ihn ein Signal, die eigene Einschätzung zu hinterfragen. Die Reaktion des Marktes ist selbst eine wichtige Information.

Eine zentrale Referenz ist dabei häufig der Kurs vor der Nachricht. Steht eine Aktie bei 40 US-Dollar und springt nach einer positiven Meldung auf 45 oder 48 US-Dollar, zeigt ein anhaltend höheres Kursniveau, dass der Markt die neue Bewertung akzeptiert. Fällt die Aktie dagegen wieder unter 40 US-Dollar zurück, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Nachricht bereits eingepreist oder zunächst falsch interpretiert wurde.

Besonders interessant sind für Breitstein Situationen, in denen sich Nachricht und Chartbild gegenseitig bestätigen. Steigt die Aktie unter hohem Volumen stark an, konsolidiert anschließend eng und bricht danach erneut nach oben aus, kommen mehrere Faktoren zusammen: ein klarer Auslöser, hohe Marktteilnahme und ein bestätigter Trend.

Erfahrung spielt dabei eine große Rolle. Breitstein betont immer wieder, wie wichtig es ist, frühere Reaktionen auf Quartalszahlen, Übernahmen oder andere wichtige Ereignisse zu studieren. So entsteht mit der Zeit eine mentale Datenbank. Mustererkennung ist für ihn keine Magie, sondern das Ergebnis gezielten Übens.

Super Micro Computer (SMCI) lieferte im Mai 2023 ein gutes Beispiel für einen Trade rund um wichtige Nachrichten (siehe folgende Abbildung). Am 2. Mai veröffentlichte das Unternehmen nachbörslich seine Quartalszahlen. Das abgelaufene Quartal blieb zwar hinter den Erwartungen zurück, doch der Ausblick überzeugte: Für das folgende Quartal stellte Super Micro Computer 1,7 bis 1,9 Mrd. US-Dollar Umsatz in Aussicht, verglichen mit erwarteten 1,68 Mrd. US-Dollar. Beim Gewinn je Aktie lag die Prognose mit 2,21 bis 2,71 US-Dollar, ebenfalls deutlich über der Schätzung von 1,76 US-Dollar. Zusätzlich meldete das Unternehmen einen Rekordauftragsbestand und eine sehr starke Nachfrage nach Servern für Künstliche Intelligenz und Grafikprozessoren. Rund 29 % des Umsatzes entfielen bereits auf diese Lösungen. Auch die Jahresprognose lag über den Erwartungen. Die Aktie eröffnete am nächsten Tag mit einem Kurssprung von rund 12 % auf ein neues Allzeithoch und schloss fast 30 % im Plus.

Warum fiel die Reaktion trotz des schwächeren Quartals so positiv aus? Die enttäuschenden Umsatzzahlen waren bereits bekannt, nachdem Super Micro Computer am 24. April davor gewarnt hatte. Zudem lag das Problem auf der Angebotsseite, nicht bei der Nachfrage. Die Aufträge waren vorhanden, konnten aber nicht rechtzeitig abgearbeitet werden. Der Rekordauftragsbestand und die deutlich stärkere Prognose signalisierten, dass sich Umsätze lediglich verschoben hatten.

Genau solche Situationen interessieren Breitstein besonders: Eine wichtige neue Information verändert die Erwartungen, und die starke Kursreaktion bestätigt, dass der Markt die Aktie neu bewertet.

Super Micro Computer Chart

Quelle: https://desk.traderfox.com/

Super Micro Computer Wachstumscheck

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

Das gemeinsame Grundgerüst aller drei Strategien

Obwohl diese drei Strategien unterschiedlich aussehen, beruhen sie auf demselben Grundsystem.

Der erste Teil ist die Auswahl der richtigen Aktien. Breitstein verwendet dafür das Bild eines "kaputten Spielautomaten". Stellen wir uns ein Kasino vor, in dem fast alle Automaten normale Gewinnwahrscheinlichkeiten haben, aber ein Automat vorübergehend deutlich zu viel auszahlt. Ein rationaler Spieler würde sich auf diesen Automaten konzentrieren. Breitstein sieht den Aktienmarkt ähnlich. Die meisten Aktien bieten an den meisten Tagen kaum einen echten Handelsvorteil ("edge"). Eine kleine Anzahl an Aktien kann jedoch von Panik, wichtigen Nachrichten, ungewöhnlichem Volumen, einem starken technischen Muster oder einer anderen vorübergehenden Marktineffizienz geprägt sein. Diese Aktien möchte er zuerst finden.

Der zweite Teil ist der erwartete Wert. Für Breitstein besteht die Aufgabe eines Traders nicht einfach darin, häufig richtigzuliegen. Entscheidend ist, Situationen zu finden, in denen möglicher Gewinn, möglicher Verlust und die Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Ergebnisse zusammen ein attraktives Verhältnis ergeben. Eine Strategie kann weniger als die Hälfte ihrer Trades gewinnen und trotzdem profitabel sein, wenn die Gewinne deutlich größer als die Verluste ausfallen. Eine andere Strategie kann die meisten Trades gewinnen und dennoch Geld verlieren, wenn gelegentlich sehr große Verluste auftreten.

Der dritte Teil ist die Positionsgröße. Breitstein glaubt, dass die besten Setups deutlich mehr Gewicht haben sollten als durchschnittliche Setups. Er hält wenig davon, bei jedem Trade nahezu dasselbe Risiko einzugehen, wenn sich die Qualität der Chancen klar unterscheidet. Ein durchschnittliches Setup verdient weniger oder gar kein Kapital. Ein außergewöhnliches Setup, das durch jahrelange Erfahrung und starke historische Hinweise gestützt wird, kann dagegen eine deutlich größere Position rechtfertigen. Das bedeutet nicht, dass Anfänger sofort mit großen Positionen handeln sollten. Breitstein betont immer wieder, dass unerfahrene Trader zunächst beweisen müssen, dass sie überhaupt einen Vorteil ("edge") besitzen. Das kann über Simulation, sehr kleine Positionen oder sogar nur eine einzelne Aktie geschehen, während Daten gesammelt werden.

Sein Grundsatz lautet daher: Die Positionsgröße kommt später. Zuerst kommt die Fähigkeit.

Die Daily Report Card

Ein weiteres zentrales Werkzeug von Breitstein ist die sogenannte "Daily Report Card" (siehe folgende Abbildung). Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Trading-Tagebuch, sondern um eine tägliche Bewertung des eigenen Prozesses. Entscheidend ist für ihn nicht, ob ein Trader an diesem Tag Geld verdient oder verloren hat, sondern ob er an einem zuvor festgelegten Schwachpunkt gearbeitet und seinen Handelsplan eingehalten hat.

Breitstein empfiehlt, sich jeweils auf einen konkreten Entwicklungsbereich zu konzentrieren, etwa bessere Einstiege, konsequentere Stopps oder weniger impulsive Trades. Nach Handelsschluss wird bewertet, wie gut dieses Ziel umgesetzt wurde. Erst wenn sich das Verhalten gefestigt hat, folgt der nächste Schwerpunkt.

Der Ansatz soll verhindern, dass Trader ihre Qualität allein an der Gewinn- und Verlustrechnung messen. Ein profitabler Tag kann auf schlechten Entscheidungen beruhen, während ein Verlusttag trotz sauberer Ausführung wertvoll sein kann. Für Breitstein ist die Handelsleistung deshalb ein nachlaufender Indikator guter oder schlechter Gewohnheiten. Die Daily Report Card hilft, genau diese Gewohnheiten systematisch zu verbessern.

Daily Report Card Grafik

Quelle: https://trade-report.com/

Was lässt sich zum Abschluss sagen?

Lance Breitsteins Handelsstil wird deutlich verständlicher, wenn man ihn auf diese drei Kernstrategien reduziert.

Bei Kapitulations-Trades sucht er nach extremer Panik oder Euphorie, wartet aber auf die "rechte Seite des V", bevor er handelt. Bei Trend-Trades sucht er nach klaren Ausbrüchen, Unterschreitungen und Fortsetzungsmustern, bei denen die Kursbewegung bestätigt, wer die Kontrolle hat. Bei Trades rund um Nachrichten und Ereignisse konzentriert er sich auf bedeutende neue Informationen, vergleicht sie mit den Erwartungen und lässt die Marktreaktion bestätigen, ob seine Einschätzung richtig ist.

Der gemeinsame Nenner ist nicht die Vorhersage. Es ist die Reaktion. Breitstein sucht außergewöhnliche Situationen, klare Bestätigung und eindeutig festgelegtes sowie kleines Risiko. Wenn das Setup unklar ist, wartet er. Wenn jedoch mehrere Faktoren zusammenpassen und der erwartete Wert ungewöhnlich attraktiv wird, ist er bereit, entschlossen zu handeln.

Genauso wichtig ist für ihn die ständige Verbesserung des eigenen Prozesses. Mit seiner Daily Report Card bewertet er deshalb nicht nur Gewinne und Verluste, sondern vor allem, ob er an konkreten Schwächen gearbeitet und seine Regeln eingehalten hat.  

Die Kombination aus Geduld, Vorbereitung und gezielter Aggressivität beschreibt Lance Breitstein als Trader wahrscheinlich am besten und hat ihn so extrem erfolgreich gemacht, dass er im neuen Market Wizard Buch interviewt wurde.

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