Nachdem der Finanzstandort in den ersten 100 Tagen der neuen Trump-Regierung laut Börse Online (Ausgabe 19/2025) viel Vertrauen verspielt hat, richten Investoren ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf europäische Aktien. Mit Siltronic [WKN: WAF300, ISIN: DE000WAF3001] sollte ein möglicher Turnaround-Kandidat nicht auf der Watchlist der Anleger fehlen.
Viele Probleme nicht hausgemacht
Siltronic kämpfe derzeit mit vielen Problemen, die aber nicht unbedingt alle hausgemacht seien. Für die schwache Marktentwicklung sei der Wafer-Hersteller nicht verantwortlich. Auch nicht für volle Lager bei den Kunden.
Für die hohen Abschreibungen für eine neue Produktionsanlage in Singapur und die daraus resultierenden Abschreibungen auf die Erträge sei Siltronic allerdings schon verantwortlich. Doch dabei handle es sich um eine Investition in die Zukunft.
Gewinnhebel durch neue effiziente Produktionsstätte in Singapur
Allerdings liege in der neuen Fabrikation auch ein möglicher Gewinnhebel, denn die Kosten für den Standort seien höher als der aktuelle Börsenwert gewesen. Dadurch sei ein Missverhältnis bei der Bewertung entstanden, das in der Branche bekannt ist.
Im Jahr 2022 sei ein Übernahmeversuch zu 145 Euro am Veto der Bundesregierung gescheitert. Doch bei Notierungen unter 40 Euro könnte die Aktie auch schnell ins Visier von Finanzinvestoren rücken.
Wenn sich jetzt im 4. Quartal auch die Lager der Halbleiterunternehmen leeren, dürfte Siltronic zum Comeback durchstarten. Denn in der neuen Fabrik komme die neueste Technik zum Einsatz, und Siltronic dürfe bei einer Vollauslastung weit höhere Gewinnmargen realisieren als in früheren Investitionszyklen der Semiconductor-Branche. Börse Online hält auf Sicht von zwei bis drei Jahren eine Verdopplung für möglich und rät mit einem Kursziel von 80 Euro risikobereiten Anlegern zum Kauf (111 % Potenzial).