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Der nächste Pivotal News Point für den Sektor der Seltenen Erden. Welche Aktien gehören auf die Watchliste?

Bildherkunft: 2779653115_Shutterstock

Der Bereich der kritischen Metalle, vor allem Seltene Erden, erlebt seit knapp 1,5 Jahren eine beispiellose Transformation, angetrieben von geopolitischen Spannungen, der Energiewende und dem wachsenden Bedarf an kritischen Mineralien für Zukunftstechnologien.


Bei Seltenen Erden handelt es sich überwiegend um sogenannte "schwere" Metalle (wie Neodym und Praseodym), die für Verteidigungstechnologien (z. B. Kampfjets, Lenksysteme für Raketen, Drohnen), Elektrofahrzeuge (EVs), Halbleiter und medizinische Anwendungen (z. B. Krebstherapien, MRT-Scans) von entscheidender Bedeutung sind. Hierbei ist es wichtig hervorzuheben, dass China 70 % der globalen Produktion dieser Metalle kontrolliert.


Die USA haben erkannt, dass die Abhängigkeit von ausländischen Importen bei diesen kritischen Metallen eine strategische Schwachstelle ist. So hat der US-Präsident Donald Trump im ersten Quartal des vergangenen Jahres bereits eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, um die inländische Produktion kritischer Metalle zu fördern. Dies signalisiert eine strategische Initiative zur Stärkung der US-amerikanischen Eigenversorgung.
Des Weiteren hat sich das US-Verteidigungsministerium zum Ziel gesetzt, bis 2027 eine vollständige Lieferkette für Seltene Erden in den USA aufzubauen. Hinzu kommen strategische Partnerschaften der US-Regierung mit einzelnen Unternehmen aus dem Bereich der kritischen Metalle.


Am vergangenen Freitag, dem 7. August 2026, folgte der nächste Pivotal News Point. US-Präsident Trump kündigte beim Roundtable zur amerikanischen Bergbauindustrie vor rund 200 Managern, Investoren und Hochschulvertretern Investitionen von etwa drei Milliarden US-Dollar in Projekte für kritische Mineralien und Batterien an. Weitere gut 180 Millionen US-Dollar fließen in Ausbildung. Denn nach Regierungsangaben geht die Hälfte der heutigen Belegschaft binnen drei Jahren in den Ruhestand.
Am Tisch des Roundtable saßen unter anderem Vertreter von MP Materials, USA Rare Earth, Energy Fuels, Century Aluminum und U.S. Antimony. Der Markt spielt hier die "Story" der Entkopplung von China, verstärkt durch geleerte Rüstungslager.
Außerdem hat das "Office of Strategic Capital" (Büro für strategisches Kapital) des Verteidigungsministeriums eine Fremdkapitalfinanzierung über 400 Millionen US-Dollar für das australische Unternehmen Sunrise Energy Metals bekannt gegeben. Daraus soll die weltweit erste eigenständige Scandiummine entstehen, mit Produktionsstart Ende 2028 und Erstzugriff der US-Regierung auf die Fördermenge. Die Aktie Sunrise Energy Metals stieg am Montag in Sydney zeitweise um 29 Prozent. Hinzu kommen 1,4 Milliarden US-Dollar als bedingtes Darlehen für den Batteriezulieferer Sila Nanotechnologies und 150 Millionen für Niron Magnetics, das Dauermagnete ohne Seltene Erden fertigt.


Trotz dieses Megatrends und der diversen Pivotal News Point, gilt es, dass Risiko zu beachten. Hier sind vor allem der hohe Kapitalbedarf, lange Genehmigungszyklen, schwankende Rohstoffpreise und staatliche Auflagen zu nennen. Daher bietet es sich an, die Aktien dieses Sektors anhand von Pivotal News Points zu handeln, anstatt in die Aktien zu investieren.
Aufgrund der Relevanz dieses Sektors habe ich mir eine entsprechende Watchliste angelegt (siehe folgende Abbildung). Viele Aktien haben in den letzten Monaten stark zurückgesetzt und sind unter ihren gleitenden 200 Tagedurchschnitt (GD) gefallen. Daher habe ich die Listen nach Aktien sortiert, die sich über ihrem jeweiligen 200 GD befinden, denn dieser ist für viele institutionelle Anleger eine wichtige Marke.

Quelle: https://desk.traderfox.com/

Sunrise Energy Metals - Scandium als strategische Waffe, und warum Washington 400 Mio. US-Dollar investiert

Sunrise Energy Metals (ASX: SRL) ist seit ein paar Tagen schlagartig in den Fokus gerückt. Das 1990 gegründete und in Melbourne ansässige Unternehmen firmierte bis März 2021 als Clean TeQ Holdings und wird vom Bergbauunternehmer Robert Friedland als Verwaltungsratsvorsitzendem geführt.


Scandium ist ein silbrig-weißes Metall, das chemisch zu den Seltenen Erden gezählt wird. In der Erdkruste kommt es ähnlich häufig vor wie Kobalt, jedoch tritt es fast nirgends konzentriert auf. Genau das ist der Kern des Problems: Scandium wird bislang ausschließlich als Nebenprodukt bei der Verarbeitung anderer Erze oder aus Rückständen gewonnen, etwa aus Kobalt, Nickel, Titan, Zirkon, Uran und Seltenen Erden.


Der Weltmarkt ist entsprechend winzig. Schätzungen zur Jahresproduktion liegen je nach Quelle zwischen 15 und 40 Tonnen, und der Preis gehört mit zuletzt rund 3.300 US-Dollar je Kilogramm für Scandiummetall zu den höchsten im Bereich der Seltenen Erden.


Der erste und mit Abstand größte Anwendungsfall sind Aluminiumlegierungen. Schon Zusätze von 0,1 bis 0,5 Gewichtsprozent verbessern Festigkeit, Schweißbarkeit und Korrosionsbeständigkeit deutlich. Verwendet wird das in Strukturbauteilen für die Luft- und Raumfahrt, in Verteidigungsanwendungen und im 3D-Druck, wo scandiumhaltige Aluminiumpulver Bauteile ermöglichen, die sonst geschweißt werden müssten. Auch Sportgeräte wie hochwertige Fahrradrahmen und Baseballschläger nutzen diese Legierungen.
Der zweite große Bereich sind Festoxidbrennstoffzellen, also Zellen, die aus Erdgas oder Wasserstoff bei hoher Temperatur Strom erzeugen. Dort dient scandiumstabilisiertes Zirkonoxid als Elektrolyt und arbeitet bei niedrigeren Betriebstemperaturen effizienter als die yttriumstabilisierte Alternative.
Bislang erzielt das Unternehmen noch keine Erlöse aus dem Verkauf von Metallen. Es entwickelt zwei Projekte im australischen Bundesstaat New South Wales. Kernstück ist das Syerston Scandium Projekt, aus dem jährlich rund 60 Tonnen hochreines Scandiumoxid über eine geplante Minenlaufzeit von 32 Jahren gewonnen werden sollen. Abnehmer wären Luftfahrt, Verteidigung, Halbleiterfertigung und Brennstoffzellen. Dazu kommt die große Nickel- und Kobalt-Lagerstätte am selben Standort sowie die firmeneigene Ionenaustauschtechnologie Clean iX zur Metallabtrennung.


Wettbewerber sind Rio Tinto, das Scandiumoxid als Nebenprodukt in Kanada gewinnt, sowie Scandium International Mining.
Der jüngste Quartalsbericht vom 9. Juli 2026 enthält keine Angaben zu Umsatz oder Gewinn je Aktie. Zum 31. März wurden 117 Mio. australische Dollar an Liquidität ausgewiesen. Am 10. August bestätigte das Unternehmen eine bedingte Kreditzusage über bis zu 400 Mio. US-Dollar des Office of Strategic Capital, verbunden mit einem Vorkaufsrecht auf die Produktion, einem geplanten Listing in den USA und einer Investitionsentscheidung im zweiten Halbjahr.


Der Chart sieht nach dem gestrigen Gap Up auf ein neues Allzeithoch sehr bullisch aus. Das Gap Up hätten mutige Trader kaufen können. Nun bietet es sich an, die Aktie zu beobachten. Wichtig ist es, dass die Pivotal Price Line gehalten werden kann. Sofern die Aktie eine Seitwärtskonsolidierung etabliert, kann man dem Ausbruch aus dieser Konsolidierung folgen.

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

Century Aluminum – Wie der Aluminiumproduzent auf der Angebots- und auf der Nachfrageseite von dem strategischen Thema der Seltenen Erden profitiert

Century Aluminum (CENX) gehört zu den wenigen verbliebenen Herstellern von Primäraluminium in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen wurde 1995 gegründet, ging 1996 an die Börse und hat seinen Sitz in Chicago.


Century Aluminum ist streng genommen kein Unternehmen der Seltenen Erden, und genau darin liegt der springende Punkt. Beim Gipfel (Roundtable) ging es um kritische Mineralien im weiteren Sinne, also auch um Kupfer, Bor, Graphit und eben Aluminium. Aluminium steht auf der Liste kritischer Rohstoffe des US-Geologiedienstes, und Century Aluminum ist der größte Produzent von Primäraluminium in den Vereinigten Staaten.


Der eigentliche Bezug zu den Seltenen Erden verläuft über zwei technische Verbindungen:
- Erstens die Nachfrageseite: Scandium wird fast ausschließlich in Aluminiumlegierungen eingesetzt (wie oben bereits erwähnt). Schon geringe Beimengungen machen das Metall deutlich fester und schweißbarer, was es für Flugzeugstrukturen, Raketen und Raumfahrtkomponenten interessant macht. Eine heimische Scandiumquelle nützt nur dann etwas, wenn es im Inland auch Schmelzwerke und Weiterverarbeiter gibt, die daraus Legierungen fertigen.
- Zweitens die Angebotsseite: Gallium, ein weiterer strategischer Rohstoff für Halbleiter, Radartechnik und Satelliten, fällt als Nebenprodukt bei der Aluminiumoxidraffination aus Bauxit an. Die USA haben seit 1987 kein Primärgallium mehr erzeugt und sind vollständig auf Einfuhren angewiesen, während China die Ausfuhr beschränkt hat. Wer Gallium im Inland gewinnen will, braucht folglich eine funktionierende Aluminiumkette. Century Aluminum ist als integrierter Produzent mit Bauxit- und Raffineriebeteiligung in Jamaika Teil dieser Wertschöpfungskette, betreibt bislang aber nach öffentlich verfügbaren Angaben selbst keine Gallium- oder Scandiumgewinnung.


Die letzten Quartalszahlen wurden am 6. August 2026 präsentiert. Der Umsatz stieg auf 752,1 Millionen US-Dollar nach 628,1 Millionen im Vorjahresquartal, blieb aber unter den erwarteten rund 819 Millionen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,46 US-Dollar nach einem Verlust von 0,05 US-Dollar und übertraf die Erwartung von 2,35 US-Dollar. Die Aktie konnte am Folgetag um 15 % zulegen und kam zurück über den 200 GD und den 50 GD.


Gestern folgten Anschlusskäufe. Aktuell sehe ich kein Einstiegsszenario. Trotzdem gehört die Aktie auf die Watchliste, da sie charttechnisch konstruktiv aussieht.

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox

American Resources Corporation – Fast 100% Performance in vier Wochen

American Resources (AREC) wurde 2006 gegründet, hat seinen Sitz in Indiana und förderte zunächst metallurgische Kohle für die Stahlindustrie. Seit Februar 2019 ist die Aktie an der Nasdaq notiert.


Heute ruht das Geschäft auf zwei Säulen. Erstens auf der mehrheitlich gehaltenen Tochter Electrified Materials, die gebrauchte Metalle sammelt, aufbereitet und für die Stahlerzeugung weiterverkauft. Zweitens auf der Minderheitsbeteiligung ReElement Technologies, die mit einem chromatographischen Trennverfahren hochreine Seltene Erden und Germanium herstellt. Am 7. August 2026 meldete das Unternehmen die Inbetriebnahme der ersten kommerziellen Germaniumkolonne am Standort Marion in Indiana, wo vier Produktionslinien mit zusammen über 16.000 Tonnen Jahreskapazität entstehen sollen.


Die "Story", die der Markt spielt, ist wie bereits erwähnt die Unabhängigkeit der USA von chinesischen Lieferketten. Im Juli 2026 sagte das US Verteidigungsministerium ReElement eine Investition von 25 Millionen US Dollar zu. Zusätzlich wurde das Unternehmen vom Energieministerium für Verhandlungen über eine Förderung ausgewählt.
Wettbewerber sind MP Materials und Energy Fuels.


Vom oben genannten Gipfel profitiert das Unternehmen auf drei Wegen. Erstens verbessert die staatliche Bereitschaft zu Direktinvestitionen, Darlehen und Abnahmegarantien die Finanzierbarkeit von Raffineriekapazität, die sich am Markt allein kaum rechnen würde. Zweitens erhöht die Priorität, die Washington der heimischen Verarbeitung einräumt, die Chance auf Aufträge aus dem Verteidigungssektor. Drittens wirkt die Präsenz im Kreis der geladenen Unternehmen als Bestätigung der Aufmerksamkeit, die dem Unternehmen derzeit zufließt.
Der Jahresbericht 2025 vom 19. Mai 2026 wies keinen Umsatz aus. Durch die Entkonsolidierung von Tochtergesellschaften ergaben sich ein Nettogewinn von 55,4 Millionen US Dollar und liquide Mittel von 31,7 Millionen US Dollar. Die Zahlen zum ersten Quartal 2026 folgten verspätet Anfang Juni, nachdem die Nasdaq am 3. Juni eine Rüge wegen des ausstehenden Berichts ausgesprochen hatte. Es wurde faktisch kein Umsatz ausgewiesen, im Vorjahresquartal waren es rund 32.000 US Dollar. Der Verlust je Aktie lag bei 0,09 US Dollar gegenüber erwarteten 0,07 US Dollar. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 18. August 2026 angesetzt.


Charttechnisch ist die Aktie in den letzten Wochen fast senkrecht nach oben geschossen und hat dabei eine Rallye von fast 100 % gemacht. Sie befindet sich in der Zwischenzeit wieder über dem 200 GD. Das ist positiv. Nun benötigt die Aktie unbedingt eine Seitwärtskonsolidierung. Dem Ausbruch aus dieser Konsolidierung kann gefolgt werden.

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox

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