Atlassian Corporation - Teamwork-Spezialist mit KI als Wachstumsmotor
Atlassian Corporation (TEAM) ist einer der interessantesten Softwarekonzerne an der Nasdaq und bewegt sich wieder ins Rampenlicht. Das Unternehmen wurde 2002 in Sydney gegründet und hat sich seither zur weltweit führenden Plattform für Teamarbeit und Projektsteuerung entwickelt. Heute beschäftigt Atlassian über 11.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Gesamtumsatz von 5,2 Milliarden US-Dollar.
Das Kernprodukt Jira ist ein unverzichtbares Werkzeug zur Aufgaben- und Fehlerverwaltung, das vor allem in Software-Entwicklungsteams eingesetzt wird. Confluence dient als unternehmensinternes Wissensmanagementsystem, in dem Teams gemeinsam Dokumente erstellen und pflegen. Jira Service Management richtet sich an IT-Abteilungen und entwickelt sich zunehmend zu einem ernsthaften Wettbewerber für klassische Anbieter in diesem Bereich. Der Großteil der Einnahmen stammt aus wiederkehrenden Cloud-Abonnements, die am schnellsten wachsen.
Atlassian treibt seine KI-Strategie mit einer Reihe neuer Funktionen rund um sein KI-Produkt Rovo konsequent voran. In Jira können Entwickler über Rovo Dev Routineaufgaben wie Sicherheitskorrekturen, Datenbankmigrationen oder Code-Bereinigungen an einen KI-gestützten Agenten delegieren, wobei jede Änderung vor der Umsetzung vom Team freigegeben werden muss. In Confluence ermöglicht die neue Funktion Remix, Seiteninhalte automatisch in visuelle Formate wie Diagramme, Grafiken oder Präsentationen umzuwandeln. Über Schnittstellen zu externen Werkzeugen wie Lovable, Replit und Gamma lassen sich diese Inhalte direkt weiterverarbeiten. Im Bereich Serviceverwaltung übernimmt Rovo Service als KI-Agent Aufgaben wie die Bearbeitung von Supportanfragen oder das Einarbeiten neuer Mitarbeiter, gestützt auf bestehende Wissensdatenbanken und frühere Anfragen. Ergänzend dazu hat Atlassian seine strategische Partnerschaft mit Google Cloud ausgebaut und das KI-Modell Gemini 3 Flash in seine Plattform integriert, um die Fähigkeiten von Rovo auf Unternehmensebene weiter zu stärken.
Das übergeordnete Marktthema ist die KI-gestützte Teamarbeit. Unternehmen weltweit investieren massiv in Plattformen, die menschliche Zusammenarbeit mit künstlicher Intelligenz verbinden. Atlassians KI-Produkt Rovo verzeichnet laut Unternehmensangaben aktuell monatlich über 20 % Nutzungswachstum.
Die zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen vom 30. April 2026 fielen sehr stark aus. Der Umsatz stieg um 32 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf 1,79 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,75 US-Dollar und übertraf damit die Analystenerwartung von 1,32 US-Dollar deutlich. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management ein Umsatzwachstum von rund 24 %. Besonders bemerkenswert: Atlassian meldete das bisher stärkste Quartal bei der Gewinnung neuer Kunden im IT-Servicemanagement. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von über 20 %.
Seit dem Gap Up infolge der starken Quartalszahlen konsolidiert die Aktie seitwärts. Das ist konstruktiv. Obwohl die Aktie aufgrund des heftigen Abverkaufs der letzten gut 15 Monate noch unter dem wichtigen 200 Tagedurchschnitt gehandelt wird, bietet es sich an, dem Ausbruch aus der aktuellen Konsolidierung mit einer Positionseröffnung zu folgen.

Quelle: Wachstums-Check TraderFox
Figma – Vom reinen Designwerkzeug zur breiteren Produktentwicklungsplattform
Figma (FIG) ist seit seinem Börsengang im Juli 2025 ein viel diskutiertes Technologieunternehmen. Das 2012 in San Francisco gegründete Unternehmen hat sich zur führenden cloud-nativen Gestaltungsplattform für Produktteams weltweit entwickelt und ist nun dabei, sich zu einer breiteren Produktentwicklungsplattform weiterzuentwickeln.
Das Geschäftsmodell basiert fast ausschließlich auf Abonnements: Nutzer zahlen monatlich oder jährlich für den Zugang zur Plattform und teilen Projekte in Echtzeit mit Kolleginnen und Kollegen. Herzstück ist der Figma Design Editor, mit dem Benutzeroberflächen direkt im Browser gestaltet, bearbeitet und gemeinsam kommentiert werden können. Ebenfalls zentral ist FigJam, ein digitales Whiteboard für Brainstorming und Arbeitsabläufe, das besonders in hybriden Arbeitsumgebungen stark nachgefragt wird. Ergänzt wird das Angebot durch Figma Make, ein KI-gestütztes Werkzeug, mit dem Nutzer per Texteingabe automatisch Gestaltungsvorschläge und Prototypen erzeugen können. Dieses Produkt ist Figmas Antwort auf die vom Markt aktuell gespielte Bedrohung durch KI. Das Unternehmen berichtet, dass mehr als 75 % der Unternehmenskunden, die ihr monatliches KI-Nutzungskontingent überschritten haben, zusätzliche Kapazitäten kauften. Außerdem bleiben über 95 % danach aktiv auf der Plattform. Das zeigt: Die Funktion bindet Kunden, anstatt sie zu verdrängen. Mit der Übernahme des israelischen KI-Startups Weavy hat Figma im Herbst 2025 eine strategische Lücke geschlossen: Während Wettbewerber einzelne KI-Modelle in bestehende Werkzeuge einbauten, setzt Figma auf eine Plattform, auf der mehrere KI-Modelle gleichzeitig orchestriert werden können. Nutzer können etwa für Videogenerierung zwischen verschiedenen Modellen wählen und deren Ergebnisse auf einem einzigen browser-basierten Arbeitsbereich kombinieren und verfeinern. Zuletzt hat Figma einen eigenen KI-Agenten direkt in die kollaborative Gestaltungsoberfläche integriert, der neue Entwürfe generieren und bestehende bearbeiten kann. Bemerkenswert ist dabei, dass bereits rund 76 % der Kunden zwei oder mehr Figma-Produkte gleichzeitig nutzen und zwei Drittel der Nutzer keine klassischen Gestalter sind. Figma wandelt sich damit vom reinen Designwerkzeug zur breiteren Produktentwicklungsplattform. Dies ist ein wichtiger Schutzwall gegen externe KI-Konkurrenten, die nur einzelne Teilfunktionen angreifen können.
Die übergeordnete "Story", die der Markt rund um Figma spielt, lautet: Wenn Programmiercode zur Massenware wird, wird Gestaltung (Design) zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. KI-Modelle senken die Einstiegshürde fürs Programmieren, was die Bedeutung von nutzerfreundlichem Design erhöht. Hinzu kommt die genannte Produktentwicklungsplattform.
Gleichzeitig entsteht Gegenwind durch KI-Bildgeneratoren wie Googles Gemini, die laut Marktbeobachtern Figmas Preissetzungsmacht bedrohen könnten. Der größte Einzelschock kam im April 2026, als Anthropic Claude Design vorstellte, ein KI-gestütztes Gestaltungswerkzeug, das direkt mit Figmas Kernangebot konkurriert.
Die zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen vom 14. Mai 2026 für das erste Quartal 2026 zeigen einen Umsatz von 333 Millionen US-Dollar, ein Wachstum von 46 % gegenüber dem Vorjahresquartal und deutlich über der Analystenerwartung von 316 Millionen US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,10 US-Dollar und übertraf die Markterwartung von 0,06 US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 hob das Management die Umsatzprognose auf 1,42 bis 1,43 Milliarden US-Dollar an, was einem Anstieg von 55 Millionen US-Dollar gegenüber der bisherigen Prognose entspricht. Das elektrisierte die Börse. Die Aktie schoss im Hoch um bis zu 18 % nach oben.
Wichtig ist es zu berücksichtigen, dass die Aktie infolge der "KI-Angst", die den gesamten Software-Sektor in den letzten Monaten hart getroffen hat, knapp 90 % von ihrem Allzeithoch im August 2025 gefallen ist. Damit liegt ein hohes Überhangangebot vor, was in den kommenden Wochen und Monaten idealerweise absorbiert werden kann.
Seit der Veröffentlichung der Quartalszahlen konsolidiert die Aktie seitwärts. Somit kann die Pivotal Price Line gehalten werden. Das ist konstruktiv. Über dem Hoch vom 22. Mai bietet es sich an, eine erste Testposition zu eröffnen. Diese kann über dem Hoch vom 19. Mai pyramidisiert werden.

Quelle: Wachstums-Check TraderFox
Twilio – Wandel vom reinen Anbieter von Kommunikationskanälen zum KI-Betriebssystem für Kundenkommunikation
Twilio (TWLO) ist ein Softwareunternehmen, das das digitale Alltagsleben maßgeblich prägt, auch wenn der Konzern dabei eher im Hintergrund agiert: Wer per Kurznachricht einen Lieferstatus erhält, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung bestätigt oder mit einem automatisierten Kundenservice spricht, nutzt häufig Twilios Infrastruktur. Das 2008 in San Francisco gegründete Unternehmen ging 2016 an der New Yorker Börse an den Markt.
Das Geschäftsmodell basiert auf einer cloud-nativen Kommunikationsplattform. Entwickler binden Twilios Dienste über standardisierte Programmierschnittstellen direkt in ihre Anwendungen ein. Das Kernangebot umfasst Kommunikationsdienste wie Sprache, Kurznachrichten und E-Mail. Das zweitwichtigste Standbein ist Twilio Verify, ein Echtzeit-Dienst zur digitalen Identitätsprüfung. Ergänzt wird das Angebot durch KI-gestützte Sprachlösungen. Dieser KI-gestützte Sprachdienst (sogenannte Voice-AI-Lösungen) wuchs im ersten Quartal 2026 um über 60 %! Das ist die am schnellsten wachsende Produktlinie im gesamten Unternehmen. Twilio positioniert sich gezielt als Infrastrukturschicht für autonome KI-Agenten, also Software-Programme, die Kundengespräche vollständig selbstständig führen. Diese Agenten brauchen Gedächtnis, Kontext und die Fähigkeit, mehrere Kommunikationskanäle gleichzeitig zu bedienen. Genau das liefert Twilios Plattform.
Die "Story", die der Markt rund um Twilio spielt, lautet: das Unternehmen wird zunehmend als grundlegende Infrastrukturschicht für KI-Agenten eingestuft. Hierbei werden Kundengespräche vollständig automatisiert und kontextbezogen geführt. Der Markt bewertet Twilio nicht mehr nur als Anbieter von Kommunikationskanälen, sondern zunehmend als das Betriebssystem, über das KI-Agenten mit Kunden kommunizieren.
Die Quartalszahlen vom 30. April 2026 übertrafen die Erwartungen deutlich. Der Umsatz im ersten Quartal 2026 stieg um 20 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf 1,41 Milliarden US-Dollar, das stärkste organische Wachstum seit 2022. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,50 US-Dollar und übertraf damit die Analystenerwartung von 1,27 US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management nun ein Umsatzwachstum von 14 bis 15 %, gegenüber der bisherigen Prognose von 11,5 bis 12,5 %. Die Aktie reagierte am 1. Mai mit einem Kurssprung von 24 % und markierte ein neues Vier-Jahres-Hoch.
Infolge der Quartalszahlen kam es zu Anschlusskäufen. Das ist bullisch. Dann hat sie zum 21 Tagedurchschnitt zurückgesetzt. Nun scheint es, dass sie von diesem nach oben drehen möchte. Das wäre bullisch. Am 22. Mai sahen wir einen sog. "inside day", was konstruktiv ist. Über dem Hoch vom 22. Mai kann eine erste Testposition eröffnet werden. Diese ließe sich über dem 52 Wochenhoch bei 203,72 US-Dollar pyramidisieren.







