Warren Buffetts Erfolgsbilanz ist atemberaubend und unerreicht. Daher gilt er zu Recht als der beste Investor der Welt. Zum Jahresende 2025 hat er sich endgültig in den Ruhestand verabschiedet und das Zepter an Greg Abel übergeben, der seitdem die Rolle des CEOs in "Buffetts Berkshire" bekleidet. Das ist eine echte Zäsur und sorgt für ordentlich Unruhe – und Kursdruck.
Nachvollziehbar, denn Berkshire ohne Charlie Munger und Warren Buffett ist kaum vorstellbar, denn die schier unnachahmliche Erfolgsgeschichte dieses von der Pleite bedrohten Textilunternehmens hin zur wertvollsten Investmentgesellschaft der Welt ist ohne diese beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten undenkbar.
Dabei war der Weg nicht zwangsläufig vorgegeben. Nachdem Buffett in jungen Jahren verschiedene Methoden ausprobiert und sich sogar an Charttechnik versucht hatte öffnete ihm das Buch "The Intelligent Investor" von Benjamin Graham die Augen. Seitdem ist Buffett überzeugter Value Investor und Fundamentaldaten die Basis seiner Investmententscheidungen.
Die zweite tiefgreifende Veränderung in Buffetts Leben war seine Bekanntschaft mit dem Rechtsanwalt und Investor Charlie Munger, denn Munger lenkte Buffetts Blick auf die Qualität der Geschäftsmodelle und auf die Alleinstellungsmerkmale eines Unternehmens im Wettbewerb. Und so der Moat, der ökonomische Burggraben eines Unternehmens, zum Schlüsselfaktor für Buffetts Anlageentscheidungen. Nachdem er Berkshire Hathaway Mitte der 1960er Jahre übernommen hatte, formte er aus dem siechenden Textilunternehmen seine persönliche Vermögensverwaltung und setzte dabei immer stärker auf die Prinzipien Charlie Mungers – den er 1978 auch als Partner bei Berkshire gewann.
Charlie Munger: Der Architekt von Berkshire Hathaway
Nachdem Charlie Munger im Dezember 2023 und kurz vor seinem 100sten Geburtstag verstarb, würdigte Buffett die prägende Rolle seines Freunds, Mentors und Kollegen auf ihn als Person, seinen Investmentprozess und für den herausragenden Erfolg von Berkshire Hathaway als Unternehmen und Investment. Buffett bezeichnete Munger als den "Architekten von Berkshire Hathaway" und versicherte den Aktionären, Berkshire sei "für die Ewigkeit gebaut" und könne selbst einer beispiellosen finanziellen Katastrophe standhalten.
Gemeinsam schufen die beiden eine unvergleichliche "Compounding-Machine", deren Wert sich immer weiter erhöhte. Über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren hinweg liegt der Wertzuwachs bei beeindruckenden 20 % und dabei konnte das "Orakel von Omaha", wie Buffett von seinen Fans auch genannt wird, in der Einzelbetrachtung den S&P 500 in den meisten Jahren schlagen. Der kumulierte Zuwachs der Berkshire-Aktie seit Buffetts Übernahme 1964 beläuft sich auf rund 5,5 Mio. % verglichen mit "nur" gut 39.000 für den S&P 500.
Andersherum betrachtet könnte die Berkshire-Aktie um 99 % fallen und hätte über den 60-Jahreszeitraum hinweg immer noch eine bessere Rendite als der S&P 500 erzielt. Was für ein Vermächtnis!
Abeldämmerung?
Auf der Hauptversammlung im Mai 2025 erklärte Buffett, den CEO-Posten an den bereits 2021 zu seinem designierten Nachfolger auserkorenen Greg Abel weiterzureichen. Inzwischen wurde dieser Wechsel vollzogen und Buffett wird neben seiner Rolle als Chairman of the Board nur noch als "Berater" fungieren. Das Unvermeidliche gefällt nicht jedem und so zeigt die Berkshire-Aktie schon seit einigen Monaten Schwäche – sie preist also den "Buffett-Bonus" aus.
Buffetts "ewige" Investmentprinzipien
Abel wird Buffetts (und Mungers) Weg weiterverfolgen und ihren Prinzipien treu bleiben. In seinem letzten Interview als CEO erklärte Buffett dazu, "Greg wird die Entscheidung treffen" und ich "kann mir nicht vorstellen, wie viel mehr er in einer Woche erreichen kann als ich in einem Monat (...) Ich würde lieber Greg mein Geld verwalten lassen als irgendeinen der besten Anlageberater oder CEOs in den Vereinigten Staaten". Und er zeigte sich überzeugt, dass Berkshire "bessere Chancen hat, in 100 Jahren noch zu existieren, als jedes andere Unternehmen, das mir einfällt". Buffett hat seine Entscheidung für Abel nicht aus der Not heraus getroffen, sondern aus Überzeugung!
Buffetts Prinzipien sind eigentlich recht simpel: er setzt auf Qualitätsunternehmen mit starker Marktstellung und Preissetzungsmacht, deren Gewinne absehbar noch möglichst lange steigen. Für diese Unternehmen ist er bereit, höhere Preise zu bezahlen; aber nicht zu hoch. Denn jedes noch so starke Unternehmen kann sich in ein lausiges Investment verwandeln, wenn man zu viel dafür bezahlt, warnte Buffett. Doch wenn er das richtige Unternehmen gefunden hat, bleibt er "möglichst für immer" investiert. Und so finden sich unter seinen Top-Werten viele, die er schon seit Jahrzehnten im Depot hat.
Starke Quartalszahlen
Die jüngst vorgelegten Zahlen zum 3. Quartal überzeugten auf ganzer Linie. Das Betriebsergebnis stieg um 34 % auf 13,5 Mrd. USD Dollar, während der Nettogewinn um 17 % auf 30,8 Mrd. USD kletterte – allerdings sind hierin auch nicht realisierte Kursgewinne enthalten, weshalb Buffett dieser Kennzahl keine allzu große Bedeutung beimisst und stattdessen das operative Ergebnis betrachtet.
Das Versicherungsgeschäft lief hervorragend. GEICO erzielte einen versicherungstechnischen Gewinn von fast 1,8 Mrd. USD, eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von 84,3 % (gegenüber 81,0 % im Vorjahr) und ein Wachstum von 5 % sowohl bei den Prämien als auch bei den bestehenden Policen. Das Erstversicherungsgeschäft BH Primary erzielte einen Gewinn vor Steuern von 506 Mio. USD und eine solide kombinierte Quote von 89,3 % gegenüber Verlusten im Vorjahr, während die Rückversicherungsgruppe von Berkshire in einem Quartal ohne wesentliche Katastrophenschäden einen Gewinn von 884 Mio. USD verbuchte.
Die Fertigungs-, Dienstleistungs- und Einzelhandelsgeschäfte von Berkshire legten im Quartal um beeindruckende 8,2 % und seit Jahresbeginn um 4,8 % zu, wobei Precision Castparts und Marmon einen nennenswerten Beitrag leisteten. Die Eisenbahn BNSF erholte sich weiter mit einem leichten Anstieg der Wagenladungen und Preissteigerungen im Kerngeschäft. Es besteht weiterhin Spielraum für Verbesserungen im Betrieb und bei den Gemeinkosten.
Die einzige wirkliche Schwachstelle unter den wichtigsten Tochtergesellschaften von Berkshire war das Energiegeschäft, wo zusätzliche Rückstellungen in Höhe von 100 Mio. USD für den Rechtsstreit um die Waldbrände von PacifiCorp im Jahr 2020, steigende Betriebskosten und geringere Steuervorteile die ausgewiesenen Ergebnisse beeinträchtigten. Zudem gingen die Kapitalerträge erwartungsgemäß zurück, da die kurzfristigen Zinssätze nachgegeben haben.
Insgesamt ein solides, wenn auch ruhiges Quartal. Die kürzlich angekündigte (für Berkshire) kleine Übernahme von OxyChem von Occidental für 9,7 Mrd. USD ist ein guter Zusatzkauf, bei dem in etwa das Zehnfache des freien Cashflows gezahlt wird für gut erhaltene Chloralkali-Anlagen und das in der Mitte des Wirtschaftszyklus.
Die Barreserven des Konzerns erreichten ein neues Rekordhoch von 381,7 Mrd. USD, nachdem es Ende Juni noch 344 Mrd. USD waren. Berücksichtig man allerdings die Verbindlichkeiten von 23,2 Mrd. USD für Schatzwechsel, die am letzten Tag des 3. Quartals gekauft wurden, ergibt sich eine Nettoliquidität 358,4 Mrd. USD – aber auch das ist eine enorme Summe und natürlich ein neuer Rekordwert.
Top Transaktionen im 3. Quartal 2025
Blicken wir nun darauf, was Buffett so in seinem Depot verändert hat. Mit einer Turnoverrate von 2 % war er etwas aktiver als zuvor, aber insgesamt gewohnt passiv. Er hat Aktien im Wert von 7,1 Mrd. USD gekauft, aber im Gegenzug Verkäufe im Volumen von 11,6 Mrd. USD getätigt. Er war also erneut Nettoverkäufe von Aktien und Berkshires Aktienquote sank mit 267,3 Mrd. USD auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren – auch wenn der Depotwert sich dank steigender Börsenkurse um knapp 10 Mrd. USD erhöht hat.

Nach einer vorübergehenden Pause hat Buffett nun zum zweiten Mal wieder Apple-Aktien verkauft. Er trennte sich von 14,8 Mio. Anteilen bzw. knapp 15 % seines Bestands. Und auch bei der Bank of America blieb er auf der Verkäuferseite und stieß weitere 6 % seiner Position ab.
Bei VeriSign hat er ein Drittel seiner Position verkauft, nach bereits 10 % im Vorquartal. Domain-Namen-Register Powerhouse hatte er im 2024er Schlussquartal kräftig aufgestockt, nachdem die Aktie an der damaligen Tech-Hausse nicht teilgenommen hatte, obwohl es operativ hervorragend lief. Nach der kräftigen Kursaufholung im ersten Halbjahr hat sich der Bewertungsrückstand weitgehend abgebaut und Buffett reagierte erneut entsprechend.
Auch bei DaVita verkaufte er 4 % seiner Anteile und damit die gleiche Menge wie im Vorquartal, und bei Nucor reduzierte er seine Position um 3 %. Zudem verkaufte er sein Aktienpaket an D.R. Horton vollständig.
Erneut aufgestockt hat Buffett seine Position am Spezialversicherer Chubb Ltd.,SiriusXM und an Domino’s Pizza.
Besonders bemerkenswert ist allerdings Buffetts Einstieg bei Alphabet, der Google-Mutter. Den Zug hatte er immer wieder verpasst und im Jahr 2017 angemerkt, dass er Google schon vor Jahren hätte kaufen sollen. Zumal Geico, eines der Unternehmen von Berkshire, enorme Summen für Google-Anzeigen ausgab. Und Charlie Munger sagte mehrfach, dass auch sie einen Fehler gemacht hätten: "Ich komme mir vor wie ein Trottel, weil ich Google nicht früher erkannt habe. Wir haben es vermasselt." Und weiter: "Ich halte es für eine gute Idee, sich nicht auf Gebiete zu begeben, in denen andere besser sind ... Aber ... wenn Sie mich rückblickend fragen, was unser schlimmster Fehler im Technologiebereich war ... Ich denke, wir waren klug genug, um Google zu erkennen. ... Ich würde sagen, dass wir Sie dort im Stich gelassen haben, obwohl wir klug genug waren, es zu tun, und es dennoch nicht getan haben."
Nun also doch: Buffett kaufte 18 Mio. Alphabet-Anteile und ist damit nach Apple und Amazon nun bereits beim dritten Unternehmen aus der Gruppe der Magnificent 7 engagiert. Für den früheren Tech-Verächter eine enorme Wandlung. Allerdings weisen alle drei Unternehmen gewaltige ökonomische Burggräben auf, hohe Cashflows und sie steigern fortgesetzt ihre Gewinne.
"Die Disziplin eines Value Investors liegt darin, ein hervorragendes Unternehmen mit einem fähigen Management und guten Perspektiven zu finden - und auf den richtigen Einstiegskurs warten zu können."
(Warren Buffett)
Kürzlich markierte Alphabet ein neues Allzeithoch und wurde mit mehr als 4 Billionen USD von der Börse bewertet – und schob sich damit sogar an Apple vorbei. Unterbewertet ist die Aktie wohl kaum noch, aber als Buffett im 3. Quartal zugriff, sah das noch anders aus. Denn damals herrschten Ängste vor, dass KI das einträgliche Kerngeschäft um die Google-Suche disruptieren würde. Doch (auch) dank der Einführung des eigenen KI-Agenten Gemini konnte Google die Herausforderung meistern und steht nun sogar an der Spitze der KI-Entwicklung. Und man ist sogar so gut, dass gerade Apple eine langjährige Partnerschaft mit Alphabet einging, um Gemini zur Grundlage seiner Siri-KI zu machen. Ein weiterer Ritterschlag für Google – und Buffett!
Top Positionen zum Ende des 3. Quartals 2025
Ende des Quartals hatte Buffett 41 Aktienpositionen im Depot, darunter eine Neuaufnahme, während der Gesamtwert seines Aktienportfolios leicht auf 267,3 Mrd. USD anwuchs. Sein Portfolio bleibt stark fokussiert, denn die drei größten Positionen stellen mehr als die Hälfte des Gesamtwerts und die fünf größten Positionen bringen es auf mehr als zwei Drittel Gewichtung.
Spitzenreiter bei der Sektorgewichtung bleiben weiterhin die Finanzwerte mit wieder deutlich erhöhtem Anteil von 41 %, während die dahinter liegenden Technologiewerte 23,6 % auf die Waage bringen. Defensive Konsumwerte sanken leicht auf 15,0 %, halten sich aber vor dem Energiesektor mit 11,8 % und den Kommunikationswerten, die ihren Anteil auf 3,5 % annähernd verdoppelt haben und damit die Gesundheitsbranche überholten, die weiter nachgab auf 2,3 %.
Anzumerken ist allerdings, dass Berkshires US-Aktienportfolio zusammen mit dem Cash-Bestand inzwischen für deutlich weniger als die Hälfte der Vermögenswerte von Berkshire Hathaway ausmacht. Den überwiegenden Teil seines gewaltigen Cash-Bergs hat Buffett in kurzlaufende US-Staatsanleihen investiert, die nach Schätzung von JPMorgan inzwischen für 5 % aller von der US-Regierung ausgegebenen Anleihen stehen.

Apple bleibt Buffetts Spitzenwert vor American Express, die mit 29 Jahren Zugehörigkeit zweitälteste Position im Depot. Dank dessen fortgesetzter Aktienrückkäufe steigt Buffetts Anteil immer weiter an und erhöhte sich allein im letzten Quartal um weitere 0,2 %. Dahinter folgt die Bank of America, die sich trotz der erneuten Anteilsreduzierung vor Buffetts Dauerinvestment Coco-Cola halten konnte. Mit inzwischen 35 Jahren Zugehörigkeit ist der Brausespezialist Buffetts älteste noch im Portfolio vorhandene Position. Buffett gab für seine 400 Mio. Anteile insgesamt rund 1,29 Mrd. USD aus und vereinnahmt daraus inzwischen beinahe 750 Mio. USD an Dividenden - pro Jahr! Die jährliche Dividendenausschüttung ergibt eine Kostenrendite (Yield on Cost) von über 60 %, so dass Berkshire seine ursprüngliche Investition in weniger als zwei Jahren allein in Form von Dividenden zurückerhält.
Auf dem fünften Rang logiert weiterhin der Energie-Multi Chevron, doch dahinter haben Occidental Petroleum und die Ratingagentur Moody‘s die Plätze getauscht – zum wiederholten Mal. Moody’s ist mit einer Zugehörigkeit von 24 Jahren Buffetts drittälteste noch im Depot befindliche Position. An Occidental Petroleum hält Buffett knapp 27 % der Anteile und über Wandelschuldverschreibungen kann er seine Position noch weiter aufstocken.
Berkshire wird OxyChem, das Chemiegeschäft von Occidental Petroleum, für 9,7 Mrd. USD in bar übernehmen, die der Öl-Produzent vornehmlich zum Abbau seiner Verschuldung einsetzen will. Angesichts der Geschichte der beiden Unternehmen ist dies nicht überraschend. Berkshire hatte Occidental ursprünglich 10 Mrd. USD zur Finanzierung der 55-Milliarden-Dollar-Übernahme von Anadarko Petroleum im Jahr 2019 zur Verfügung gestellt, im Austausch für Vorzugsaktien und Optionsscheine. Im Jahr 2022 begann das Berkshire mit dem Kauf von Stammaktien des Ölkonzerns und baute seinen Anteil bis heute auf 27 % aus. Zur Einordnung: der OxyChem-Kauf stellt Buffetts größte Akquisition seit dem Kauf des Versicherers Alleghany für 12 Mrd. USD im Jahr 2022 dar.
Chubb Ltd. folgt auch dank der Aufstockung vor Kraft Heinz, die Berkshire im Vorquartal erneut hatte wertberichtigen müssen. Seit seinem Einstieg in 2015 kann Buffett hier keine Erfolge vorweisen. Er hatte bereits einige Jahre später bekannt, einen viel zu hohen Preis bezahlt zu haben, weil er die Qualität des Markenportfolios überschätzt habe. Inzwischen forciert der Nahrungsmittelriese eine Aufspaltung, weil sämtlich Re- und Umstrukturierungen der letzten Jahre keine großen Erfolge gebracht haben. Eine Maßnahme, die ausdrücklich nicht Buffetts Zustimmung findet. Ob er daraus aber Konsequenzen gezogen hat vor der Verabschiedung in seinen (Un-)Ruhestand am Jahresende, werden wir erst in einigen Wochen erfahren.
Und dann hat es sich Neuerwerbung Alphabet sich gleich in der Top 10 bequem gemacht. Mit 1,6 % ist die Gewichtung nur halb so hoch wie die seiner Vorplatzierten, aber der Abstand dürfte dank des starken Kursanstiegs im 4. Quartal deutlich geschrumpft sein – immerhin verbuchte Alphabet in 2025 die stärksten Kurszuwächse aller Mag7-Werte, noch vor Nvidia. Und der größte Teil stammte aus der zweiten Jahreshälfte. Buffetts Top-Pick der letzten Jahre!
Mit 745,000 USD ist die A-Aktie von Berkshire weiterhin die mit Abstand teuerste Aktie der Welt. Im April 2025 notierte sie erstmals sogar über 800.000 USD und hat seit Buffets Abschiedsankündigung unter Abgabedruck gelitten. Doch es bleibt eine wahrlich beeindruckende Erfolgsgeschichte, die für immer mit dem Namen Warren Buffett verbunden sein wird. Und auch wenn er nun kürzertritt, werden seine Nachfolger seiner Investmentphilosophie treu bleiben – denn Abel, Jain, Weschler sind alle schon seit Jahren und Jahrzehnten bei Berkshire in Führungspositionen und wurden von Buffett persönlich ausgewählt und eingestellt. Nur Todd Combs, bisher CEO von GEICO, hat Berkshire inzwischen verlassen, um eine neue Position bei JPMorgan Chase anzutreten. Er hat dort die Leitung der 10 Mrd. USD Dollar schweren Strategic Investment Group innerhalb der neu ins Leben gerufenen Security and Resiliency Initiative (SRI) übernommen, deren Schwerpunkt auf der Stärkung des Unternehmenswachstums, der Förderung von Innovationen und der Beschleunigung der US-amerikanischen Fertigung liegt. Dazu schied er aus dem Board von JPMorgan Chase aus, wo er viele Jahre lang Mitglied war. Buffett dankte Combs und verabschiedete ihn mit warmen Worten: JPMorgan beweise stets aufs Neue, dass sie die besten Köpfe anheuern würden. Bei GEICO hat Nancy Pierce, die dort seit vielen Jahren als Chief Operating Officer tätig war, den CEO-Posten übernommen.
Buffet tritt kürzer und aus der ersten Reihe ab. Greg Abel hat übernommen und wird auch auf der nächsten Hauptversammlung die zentrale Rolle auf der Bühne übernehmen, während Buffett abseits bei den übrigen Direktoren Platz nimmt. Noch ein deutliches Zeichen für den Wechsel. Doch während die Berkshire-Aktie den Buffett-Bonus momentan auspreist, dürfte das Unternehmen die Buffett-DNA nicht verlieren. Seine Prinzipien sind zu simpel und einfach zu kopieren – in der Theorie. In der Praxis gelingt das nicht vielen, weil ihnen die Psychologie immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Abel, Jain, Weschler haben über viele Jahre bewiesen, dass sie nicht dazu gehören. Auch deshalb ist Buffett sich sicher, dass Berkshire mindestens die nächsten 100 Jahre gut übersteht. Als Anlagehorizont dürfte das wohl für die meisten Anleger durchaus reichen…

Eigene Positionen: Alphabet







