Liebe Börsianer,
Snowflake (SNOW) meldete am Mittwochabend (28. Mai) für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 1,39 Mrd. USD, ein Plus von 33 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie kommt bei 0,39 USD herein, beide Kennzahlen über den Erwartungen. Noch gravierender als die reinen Zahlen ist die strategische Nachricht, die Snowflake gleichzeitig veröffentlicht: ein Fünfjahresvertrag mit Amazon Web Services über 6 Mrd. USD, der die Nutzung von Amazons Graviton-Chips und Cloud-GPUs für KI-Workloads festschreibt. Es ist die bislang größte Infrastrukturverpflichtung in der Firmengeschichte.
Das Kerngeschäft beschleunigt sich spürbar. Der Produktumsatz, der die eigentliche Plattformnutzung misst, wächst um 34 % auf 1,33 Mrd. USD. Das ist die stärkste sequenzielle Dollarzunahme in der Unternehmensgeschichte. Die Nettoumsatzbindungsrate klettert auf 126 %, was bedeutet: Bestandskunden geben im Schnitt mehr als ein Viertel mehr aus als im Vorjahr. Die Zahl der Kunden mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Mio. USD steigt auf 779, ein Zuwachs von 29 % gegenüber dem Vorjahr. Die Restlaufzeit offener Verträge (Remaining Performance Obligations) wuchs um satte 38 % über dem Vorjahreswert. CEO Sridhar Ramaswamy nennt das Quartal einen Wendepunkt in der KI-Strategie des Unternehmens: Die Nutzung von Snowflake Intelligence habe sich gegenüber dem Vorquartal mehr als verdoppelt.
Snowflake ist seit seiner Gründung eng mit AWS verbandelt. Die kumulierten Umsätze über den AWS Marketplace übersteigen inzwischen 7 Mrd. USD, allein im Kalenderjahr 2025 waren es mehr als 2 Mrd. USD, mehr als doppelt so viel wie im Jahr davor. Die neue Vereinbarung über 6 Mrd. USD über fünf Jahre ist damit kein Bruch, sondern eine Fortsetzung auf einem deutlich höheren Niveau. Konkret kauft Snowflake Graviton-Prozessoren und GPU-Kapazitäten, die es braucht, um KI-Agenten direkt auf Unternehmensdaten laufen zu lassen. Parallel dazu übernimmt Snowflake Natoma, eine Plattform für MCP-basierte KI-Agenten. Der Deal erhöht allerdings auch die Erwartungslatte: Wer 6 Mrd. USD in Infrastruktur steckt, muss liefern.
Für das 2. Quartal prognostiziert Snowflake ein Wachstum beim Produktumsatz von rund 30 %. Für das Geschäftsjahr soll das Wachstum gar 31 % betragen. Die bereinigte Betriebsmarge verbessert sich um mehr als 300 Basispunkte auf 12 %. Das sind solide Signale.
Snowflake (ISIN US8334451098): Der nachbörsliche Anstieg holt den in diesem Jahr verlorenen Boden auf, bringt die Bewertung (KGV von nahe 100, KUV von über 10) aber zugleich wieder in die Diskussion. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Aktie in den kommenden Wochen halten kann.
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Stephan Bank!
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