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Volkswagen kehrt Nvidia den Rücken – China-Chips sollen die Zukunft der Autos entscheiden

Bildherkunft: AdobeStock_436710917

Volkswagen treibt den Wandel zum softwaregetriebenen Autobauer in China mit hohem Tempo voran und geht dabei bewusst neue Wege bei der Chipauswahl. Statt auf etablierte Anbieter wie Nvidia zu setzen, baut der Konzern zunehmend auf lokale Partnerschaften. Hintergrund ist der rasante technologische Fortschritt chinesischer Hersteller im Bereich autonomes Fahren und Fahrzeugsoftware. Für Volkswagen steht fest, dass die Zukunft des Autos nicht mehr primär über Marke oder Motor definiert wird, sondern über digitale Fähigkeiten und intelligente Systeme.

Kooperation mit Xpeng und lokale Chip-Offensive

Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Elektroautohersteller Xpeng. Dessen sogenannter Turing Chip kommt erstmals im neuen Elektro SUV ID. UNYX 08 zum Einsatz, dessen Produktion bereits gestartet ist. Das Fahrzeug verfügt über ein fortgeschrittenes Fahrerassistenzsystem auf Level 2, das sowohl auf Autobahnen als auch im Stadtverkehr unterstützt. Parallel dazu arbeitet Volkswagen mit Horizon Robotics an eigenen Halbleiterlösungen. Im Joint Venture Carizon soll in den kommenden drei bis fünf Jahren ein eigener Automotive Chip entstehen, der die technologische Unabhängigkeit weiter stärkt.

Software und Assistenzsysteme werden zum Kaufargument

Die strategische Neuausrichtung zeigt, wie stark sich die Kaufkriterien im Automobilmarkt verändert haben. Während früher die Marke dominierte, rückt heute die "Intelligenz" des Fahrzeugs in den Mittelpunkt. Fahrerassistenzsysteme, Konnektivität und Softwarefunktionen entscheiden zunehmend über den Erfolg eines Modells. Volkswagen plant, bereits in etwa zwei Jahren Fahrzeuge mit Level 3 Funktionen auf den Markt zu bringen. Damit könnten Fahrer unter bestimmten Bedingungen die Kontrolle vollständig abgeben, wobei die Haftung bei Unfällen auf den Hersteller übergeht.

China als Taktgeber der Automobilindustrie

China spielt für diese Transformation eine Schlüsselrolle. Der Wettbewerb mit lokalen Herstellern wie BYD oder Xpeng hat Volkswagen unter Druck gesetzt, Entwicklungszeiten drastisch zu verkürzen und Kosten zu senken. Während chinesische Anbieter neue Modelle teils innerhalb eines Jahres auf den Markt bringen, hatte Volkswagen früher deutlich längere Zyklen. Seit der strategischen Neuausrichtung im Jahr 2023 hat der Konzern jedoch aufgeholt und will allein 2026 rund 20 neue Modelle mit Batterie oder Hybridantrieb einführen.

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