Der Sportartikelgigant Nike (ISIN: US6541061031) vollzieht eine radikale Kehrtwende. Nach der verfehlten Strategie, sich fast ausschließlich auf den teuren Direktvertrieb (DTC) zu fokussieren, rollt der Konzern den roten Teppich für klassische Großhändler wie Foot Locker wieder aus. Ziel ist es, die im ersten Quartal unter Druck geratenen Marktanteile gegen agile Konkurrenten wie On und Hoka zu verteidigen. Zwar belasten Restrukturierungskosten kurzfristig die operative Marge, doch der Quartalsumsatz stabilisierte sich zuletzt bei 11,5 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 0,91 USD über den Erwartungen. Einsparungen von 2 Mrd. USD sollen den Free-Cashflow stützen. Der Ausblick bleibt verhalten, doch die Rückkehr zur Wholesale-Stärke nährt die Hoffnung auf ein baldiges Umsatzwachstum von über 4%.
Aus charttechnischer Sicht bleibt Nike im Abwärtstrend gefangen. Die psychologisch wichtige Unterstützung bei 50 USD wurde signifikant nach unten durchbrochen. Damit verbucht das einstige Qualitätsunternehmen inzwischen einen massiven Kursverlust von über 75% seit dem historischen Allzeithoch. Die nächste solide Unterstützungszone erstreckt sich nun im Bereich von 35 bis 40 USD. Nike notiert unmittelbar vor dieser Zone. Ich habe meine laufenden Positionen weiter aufgestockt. Das übergeordnete Bild hellt sich jedoch erst auf, wenn die Marke von 50 USD nachhaltig zurückerobert wird. Von einem echten Turnaround-Versuch lässt sich sprechen, sobald im Zuge dessen auch der Abwärtstrend bricht. Im Anschluss warten die nächsten charttechnischen Hürden bei 68 USD sowie im Bereich von 80 und 105 USD. Bevorzugtes Szenario: Erste antizyklische Long-Einstiege.
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Hinweis zur Aufklärung über Eigenpositionen: Der Autor hält Positionen bei folgenden Aktien, die im Artikel erwähnt wurden: Nike.







