Der Bankensektor blickt auf bewegte Wochen zurück. Die politische Landschaft in den USA hat die Finanzmärkte zuletzt spürbar durchgeschüttelt. Besonders die Ankündigung von Donald Trump, eine Obergrenze für Kreditkarten-Zinsen von 10 % einzuführen, sorgte für Nervosität an der Wall Street und entfachte Sorgen um die Margen. Doch die großen Institute zeigten sich unbeeindruckt. Ein Paradebeispiel für diese Stabilität liefert die Bank of America (BAC), die nun ihre Bücher geöffnet hat und beweist, dass ein breit aufgestelltes Geschäftsmodell auch in stürmischen Zeiten bestehen kann.
Überzeugende Zahlen - Erwartungen der Wall Street übertroffen
Die Bank of America hat für das 4. Quartal 2025 Ergebnisse vorgelegt, die sich sehen lassen können und die Skeptiker eines Besseren belehren. Das Institut meldete einen Nettogewinn von satten 7,6 Mrd. USD. Das entspricht einem beachtlichen Anstieg von 12 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch der Gewinn je Aktie kletterte auf 0,98 USD und lag damit über den Prognosen der Analysten, die im Schnitt nur mit 96 Cents gerechnet hatten. Der Umsatz zog ebenfalls an und stieg um 7 % auf 28,4 Mrd. USD. Ein wesentlicher Treiber war hierbei der Nettozinsertrag, der um 10 % auf 15,8 Mrd. USD zulegte. Positiv sticht auch hervor, dass die Durchschnittseinlagen weiter angewachsen sind, was das ungebrochene Vertrauen der Kunden in die Bank unterstreicht.
Privatkundengeschäft - Die digitale Wachstumsmaschine
Der Bereich Consumer Banking bleibt die verlässliche Cash Cow mit 3,3 Mrd. USD Gewinn und einem Umsatzplus von 5 % auf 11,2 Mrd. USD. Besonders beeindruckend ist die operative Stärke. Die Bank konnte im Jahr 2025 rund 680.000 neue Girokonten gewinnen, womit sie nun seit 28 Quartalen in Folge ein Nettowachstum verzeichnet. Auch die Digitalisierung trägt Früchte, denn fast 70 % des Gesamtumsatzes werden mittlerweile digital abgewickelt. Die Kunden sind aktiv, was sich in einem Anstieg der kombinierten Kredit- und Debitkartenausgaben um 6 % widerspiegelt. Trotz der Diskussionen um Zinsdeckel beweist die Bank hier eine enorme Bindungskraft zu ihren fast 40 Mio. Girokonto-Kunden.
Rekorde bei der Vermögensverwaltung
Ein echtes Highlight des Quartals lieferte die Sparte Global Wealth and Investment Management, zu der auch die bekannte Marke Merrill Lynch gehört. Hier konnte ein Rekord-Nettogewinn von 1,4 Mrd. USD eingefahren werden. Der Umsatz sprang um 10 % auf 6,6 Mrd. USD an, getrieben durch höhere Verwaltungsgebühren und gestiegene Marktbewertungen. Das verwaltete Vermögen wuchs um 16 % auf rund 2,2 Bio. USD. Auch wenn die reinen Mittelzuflüsse im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer ausfielen, gelang es der Bank, netto über 21.000 neue Kundenbeziehungen aufzubauen. Dies zeigt, dass wohlhabende Kunden gerade in komplexen Marktphasen verstärkt nach professioneller Beratung suchen und der Bank of America ihr Vertrauen schenken.
Firmenkunden sorgen für Stabilität - Aktienhandel als Renditeturbo
Im Firmenkundengeschäft und Investmentbanking erzielte die Bank solide 2,1 Mrd. USD Gewinn. Besonders erfreulich ist, dass die durchschnittlichen Einlagen der Firmenkunden um 13 % gestiegen sind. Im globalen Gebühren-Ranking für das Investmentbanking verteidigte die BofA ihren dritten Platz. Die Sparte beweist sich als stabiler Anker, selbst wenn die Konjunktur schwankt. Im Bereich Global Markets war das Handelsgeschäft der Überflieger des Quartals. Während der Anleihenhandel moderat wuchs, schossen die Erträge im Aktienhandel um satte 23 % auf 2 Mrd. USD nach oben. Insgesamt legte der Umsatz im Bereich Global Markets um 10 % zu. Für die Händler ist es das 15. Quartal mit Wachstum in Folge, eine beeindruckende Serie.
Optimistischer Ausblick des Management - Kurs auf Wachstum
CEO Brian Moynihan blickt trotz makroökonomischer Risiken optimistisch auf 2026. Das Management prognostiziert ein Wachstum des Nettozinsertrags von 5 bis 7 % für das kommende Jahr. Gleichzeitig investiert die Bank massiv in Technologie und künstliche Intelligenz, um effizienter zu werden, was sich bereits in einer verbesserten Kostenquote widerspiegelt. Die Botschaft aus der Chefetage ist klar. Man ist für das kommende Jahr optimistisch positioniert und sieht sich gut gerüstet, um auch in einem sich wandelnden Zinsumfeld zu bestehen.
Ein Basisinvestment für jedes Depot - Qualitätsaktie mit Weitblick
Die Bank of America hat mit diesen Zahlen ein Ausrufezeichen gesetzt. Trotz politischer Störfeuer und der Diskussion um Zinsbegrenzungen liefert das Institut verlässlich ab. Die breite Diversifizierung über Privatkunden, Vermögensverwaltung und Investmentbanking erweist sich einmal mehr als großer Vorteil. Mit einer soliden Kapitaldecke, diszipliniertem Kostenmanagement und einer klaren Wachstumsstrategie für 2026 bleibt die Aktie für Anleger ein Basisinvestment im Finanzsektor. Wer auf Qualität und Beständigkeit setzt, kommt an der BofA kaum vorbei.









