Shopify (NASDAQ: SHOP) treibt den Ausbau seiner KI-Strategie deutlich voran und positioniert sich als zentrale Infrastruktur für sogenanntes "Agentic Commerce”. Künftig sollen Händler ihre Produkte direkt über KI-Plattformen wie Google Gemini, Google Suche sowie Microsoft Copilot verkaufen können. Der Kaufprozess findet dabei vollständig innerhalb der jeweiligen KI-Umgebung statt, während Händler weiterhin ihr Geschäft über das Shopify-Backend steuern. Damit wird KI nicht nur zum Recherche-, sondern erstmals auch zum vollwertigen Transaktionskanal.
Universal Commerce Protocol als technisches Rückgrat
Kern der Initiative ist das neue "Universal Commerce Protocol” (UCP). Dieses Protokoll soll bisherige Schwächen von KI-Checkout beseitigen, etwa eingeschränkte Warenkörbe oder fehlende Loyalitätsprogramme. UCP ermöglicht u. a. die Nutzung von Rabattcodes, die Einbindung von Bonusprogrammen sowie wiederkehrende Abonnements. Ziel ist es, KI-Agenten wie Gemini oder ChatGPT flexibel mit unterschiedlichen Händleranforderungen zu verbinden und so einen skalierbaren, standardisierten Checkout zu schaffen.
Marktdynamik und strategische Bedeutung
Shopify (KGV25e: 111,1) profitiert stark vom wachsenden Interesse an KI-gestütztem Einkauf. Die SHOP-Aktie legte in den vergangenen 12 Monaten um 54,5 % zu und übertraf damit deutlich den S&P 500. Bereits während der Weihnachtssaison 2025 stieg der Traffic aus generativen KI-Tools laut Adobe Analytics um fast 700 %. Gleichzeitig öffnet Shopify sein Ökosystem auch für Nicht-Shopify-Händler, die ihre Produkte im zentralen Shopify-Katalog listen können und damit auf allen angebundenen KI-Plattformen sichtbar werden. Shopify etabliert sich so zunehmend als neutraler Vermittler zwischen Handel und KI.