Der Abwärtstrend der Xiaomi-Aktie setzt sich auch am Dienstag ungebremst fort. Mit einem weiteren Kursverlust von rund 5 % reagierte der Markt auf einen tödlichen Unfall mit einem SU7, dem Elektrofahrzeug des chinesischen Techkonzerns. Drei Menschen kamen bei dem Vorfall ums Leben, der sich am 29. März 2025 auf der Dezhou–Shangrao-Autobahn in der Provinz Anhui ereignete.
Laut einer ersten Stellungnahme von Xiaomi befand sich das Fahrzeug vor der Kollision im sogenannten "Navigate on Autopilot” (NOA)-Modus. Das System erkannte ein Hindernis in einer Baustelle, gab daraufhin eine Warnung aus und leitete eine Bremsung ein. Der Fahrer übernahm anschließend die Kontrolle und reduzierte die Geschwindigkeit weiter – dennoch prallte das Fahrzeug mit rund 97 km/h gegen eine Betonbarriere. Kurz darauf fing es Feuer.
In sozialen Medien kursierte eine Schilderung der Ehefrau des Fahrers, wonach sich die Türen nach dem Aufprall automatisch verriegelten und ihre Angehörigen im Inneren eingeschlossen waren. Diese Aussage wurde öffentlich stark beachtet, allerdings bislang nicht unabhängig bestätigt.
Xiaomi reagiert auf Unfall und kooperiert mit Behörden
Xiaomi äußerte öffentlich sein tiefes Bedauern über das Unglück und erklärte, dass man aktiv mit den örtlichen Ermittlungsbehörden zusammenarbeite. Das Unternehmen hat Fahr- und Systemdaten des betroffenen Fahrzeugs zur Verfügung gestellt, um die Rekonstruktion des Unfalls zu unterstützen. Die genaue Ursache wird weiterhin untersucht.
CATL, einer der Hauptbatteriezulieferer für den SU7, teilte mit, dass im verunglückten Fahrzeug keine ihrer Batterien verbaut war. Damit gilt als wahrscheinlich, dass eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) von BYD in dem betroffenen Fahrzeug eingesetzt wurde – diese kommt in der Standardversion des SU7 zum Einsatz. BYD selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert. Ob die Batterie eine Rolle beim Brand spielte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.
Marktreaktion und Branchenausblick
Die Aktie von Xiaomi reagierte mit einem spürbaren Kursrückgang, der sich auch in einem allgemeinen Vertrauensverlust gegenüber der noch jungen Autosparte widerspiegelt. Auch andere chinesische E-Auto-Unternehmen wie BYD gerieten unter Druck. Angesichts der Tatsache, dass BYD voraussichtlich die Batterie im verunglückten SU7 geliefert hat, könnten Marktteilnehmer auch dort mögliche Risiken einkalkuliert haben – obwohl sich das Unternehmen bislang nicht direkt zu dem Unfall äußerte und keine Verantwortung bestätigt ist.
Gleichzeitig kursieren Berichte über eine mögliche Fusion zwischen den beiden staatlichen Fahrzeugherstellern Dongfeng Motor Group und Chongqing Changan Automobile. Diese Pläne zielen darauf ab, die internationale Wettbewerbsfähigkeit staatlicher Akteure zu stärken. Xiaomi und BYD, als private Unternehmen, sind nicht Teil dieser Gespräche.
Fazit
Der tödliche Unfall mit dem SU7 stellt für Xiaomi einen schweren Rückschlag in seinem neuen Geschäftsfeld Elektromobilität dar. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, doch der Vorfall hat bereits weitreichende Auswirkungen auf das Vertrauen der Verbraucher und Investoren. Xiaomi steht nun unter erheblichem Druck, Transparenz zu schaffen und technische Sicherheitsfragen umfassend zu klären.