Apple und Elon Musk geraten zunehmend in Konflikt, weil sie versuchen, Funklöcher mithilfe von Satellitentechnologie zu schließen. Der iPhone-Hersteller investiert massiv in satellitengestützte Kommunikation, um Nutzern auch an Orten, an denen herkömmliche Mobilfunksignale nicht verfügbar sind, eine Verbindung zu ermöglichen. Musks SpaceX hat unterdessen mehr als 550 Satelliten gestartet, die über seinen Starlink-Dienst Mobilfunkverbindungen ermöglichen.
Die Unternehmen buhlen um Frequenzrechte
Um ihre Kapazitäten auszubauen, konkurrieren die Unternehmen um wertvolle Frequenzrechte (Funkwellen zur Übertragung ihrer Signale), die jedoch nur begrenzt verfügbar sind. Apples Investitionen in den Weltraum haben Musks Zorn auf sich gezogen, so mit der Angelegenheit vertraute Personen. So drängte SpaceX die Bundesaufsichtsbehörden jüngst, ein von Apple finanziertes Satelliten-Ausbauprojekt zu stoppen.
Der Konflikt verschärfte sich in den letzten Monaten, nachdem SpaceX und sein Partner T-Mobile Apple um die Zusammenarbeit gebeten hatten, um Starlink auf iPhones anzubieten. Die Unternehmen führten hitzige Gespräche und erzielten schließlich eine Einigung, die den Satelliten-Mobilfunkdienst von SpaceX und T-Mobile, der diesen Sommer starten soll, nahtlos auf neuere iPhones integriert. Apple behält dabei die volle Kontrolle über das weitgehend geschlossene Software-Ökosystem des iPhones.
Der Wettlauf im Weltraum verschärft sich
Im August 2022 enthüllten SpaceX und T-Mobile bei einer Einführungsveranstaltung in Texas ihren Plan, Always-On-SMS in abgelegenen Gebieten anzubieten. Bei Apple glaubten einige Mitarbeiter, SpaceXs Ankündigung der T-Mobile-Vereinbarung sei darauf angelegt, Apples kurz darauf bekannt gegebene Ankündigung, Notfall-SMS über Satelliten auf einigen iPhones anzubieten, zuvorzukommen.
Grundsätzlich würde Apple und SpaceX von einer Zusammenarbeit profitieren
Eine bessere Konnektivität in schwer erreichbaren Gebieten könnte die iPhone-Verkäufe oder die Verbreitung von SpaceXs Starlink-Satelliten steigern. In gewisser Weise sind die Unternehmen aufeinander angewiesen, um ihre jeweiligen Strategien zu verfolgen. Globalstar (Apples Partner für Satellitendienste) hat SpaceX beauftragt, die Satelliten zu starten, die Apples netzunabhängige Konnektivität für iPhones ermöglichen. SpaceX und T-Mobile benötigen Apples Unterstützung, um die Benutzerfreundlichkeit ihres Produkts auf dem iPhone zu gewährleisten. Führungskräfte von Apple und SpaceX haben immer wieder Gespräche über eine direkte Verbindung von iPhones mit SpaceX-Satelliten geführt, doch eine entsprechende Vereinbarung kam lange nicht zustande.
Auch in den entlegensten Gebieten soll es künftig Mobilfunkempfang geben
Apple investierte im vergangenen Jahr mehr als 1 Mrd. USD in den Satellitenbetreiber Globalstar, der die interne Satellitenverbindungsfunktion des Technologieriesen auf iPhones unterstützt. Apples Dienst ermöglicht es Nutzern, Textnachrichten zu senden, Notrufe zu tätigen und Pannenhilfe in Gebieten ohne Mobilfunkempfang zu erhalten. Die neuen Investitionen sollen Globalstar beim Aufbau einer neuen globalen Satellitenflotte unterstützen, um den weltraumgestützten iPhone-Service zu verbessern. "Diese Technologie hat bereits dazu beigetragen, Leben zu retten", erklärte Apple in einer Erklärung. "Diese Satellitenfunktionen ergänzen das Angebot der Mobilfunkanbieter und bieten Nutzern noch mehr Möglichkeiten, in Verbindung zu bleiben."