Während der globale Stromhunger durch KI, Digitalisierung und Elektrifizierung rasant steigt, suchen Unternehmen nach Lösungen, die zuverlässig, skalierbar und klimafreundlich zugleich sind. Einer der größten Profiteure dieses neuen Energiezeitalters könnte Bloom Energy (BE) sein. Der Brennstoffzellen-Spezialist liefert modularen Grundlaststrom direkt dorthin, wo er gebraucht wird, und überzeugt zunehmend Kunden aus dem Rechenzentrums- und Industriebereich. Nun sorgt ein milliardenschwerer Deal mit einem US-Versorger für Aufsehen und katapultiert die Aktie deutlich nach oben.
Modulare Energieplattform für das Zeitalter der KI
Bloom Energy entwickelt Festoxid-Brennstoffzellen, die ohne Verbrennung Strom aus Erdgas, Biogas oder Wasserstoff erzeugen. Die Systeme werden direkt vor Ort installiert, liefern 24/7-Grundlaststrom und umgehen Netzausfälle, Engpässe und Emissionsprobleme klassischer Gaskraftwerke. Die modularen Bloom Energy Server lassen sich von wenigen 100 kW bis in den MW-Bereich skalieren und finden zunehmend Anwendung in Rechenzentren, Halbleiterfabriken, Telekommunikationsnetzen und Gemeinden. Die Mission des Unternehmens ist klar formuliert. Saubere, zuverlässige Energie für alle erschwinglich machen. Der steigende Strombedarf durch KI, Digitalisierung und Elektrifizierung spielt Bloom Energy dabei in die Karten.
Milliardendeal mit AEP lässt Aktie springen
Für einen starken Kursschub sorgte ein neuer Großauftrag von American Electric Power. Der Energieversorger bestätigte im Januar den Kauf von Brennstoffzellensystemen im Wert von rund 2,65 Mrd. USD, um in Wyoming ein Brennstoffzellenkraftwerk zu errichten. Der Deal basiert auf einer Option über 1 GW, die AEP bereits Ende 2024 vereinbart hatte und nun vollständig zog, deutlich über der ursprünglich verpflichtenden Mindestabnahme von 100 MW. Abgesichert wird das Projekt über einen 20-jährigen Abnahmevertrag mit einem bonitätsstarken Endkunden. Analysten bezeichneten die Vereinbarung als "bedeutend positiv", da sie reale Großnachfrage bestätigt, Kundendiversifizierung sichtbar macht und Bloom endgültig in der Liga der Versorgerlösungen verankert. Die Aktie reagierte prompt und stieg um fast 13 %.
Rekordumsätze, starkes Momentum und aggressive Ziele
Bereits im jüngsten Quartal präsentierte Bloom glänzende Zahlen. Der Umsatz kletterte um 57 % auf 519 Mio. USD, die Bruttomarge verbesserte sich, und das Unternehmen lieferte das vierte Quartal in Folge Rekordumsätze. CEO KR Sridhar sprach von einem entscheidenden Jahr für die Positionierung im Ausblick auf 2026. Besonders wichtig für Investoren ist, dass die Produktionskapazität bis Ende 2026 auf 2 GW verdoppelt werden soll, um der hohen Nachfrage aus KI-Rechenzentren und Industrie-Apps gerecht zu werden. Gleichzeitig sicherte sich Bloom neue strategische Kundenbeziehungen, darunter Oracle, Equinix, AEP, CoreWeave und Brookfield. Durch die Ausgabe von 2,2 Mrd. USD an Nullkupon-Wandelanleihen verschaffte sich das Unternehmen zudem Kapital für Expansion, ohne operative Projekte auszubremsen.
Von der Vision zur Infrastruktur-Realität
Bloom Energy entwickelt sich zunehmend vom technologischen Nischenanbieter zum vielversprechenden Infrastrukturwert der Energiewende. Der AEP-Deal zeigt, dass Brennstoffzellen nicht nur in Konzeptpapieren, sondern im realen Versorgergeschäft angekommen sind. Die Kombination aus Rekordumsätzen, wachsenden Kundenlisten, Kapazitätserweiterungen und strukturellem Stromhunger der KI-Industrie verschafft Bloom ein starkes Momentum. Für Anleger bleibt das Umfeld dynamisch und volatil, aber selten war die Story strategisch klarer. Bloom spielt in einem Markt, der wächst, weil er wachsen muss.








