Am 8. Januar 2026 kündigte Donald Trump an, er wolle über Käufe von rund 200 Mrd. USD an Mortgage-Backed Securities (MBS) die Hypothekenzinsen und damit die Monatsraten drücken. Laut Bill Pulte, dem Leiter der Federal Housing Finance Agency (FHFA), sollen Fannie Mae und Freddie Mac diese Käufe durchführen. Die FHFA ist die US-Bundesbehörde, die den Wohnungsfinanzierungssektor beaufsichtigt und insbesondere Fannie und Freddie reguliert; Details zu Timing und Mechanik blieben zunächst offen. Gleichzeitig stellte Pulte eine Entscheidung Trumps innerhalb von ein bis zwei Monaten in Aussicht, ob ein (Teil-)Börsengang/IPO bzw. ein weiterer Schritt in Richtung Privatisierung ("recap and release") verfolgt wird.
An der Börse reagierten vor allem Aktien, die unmittelbar von fallenden Hypothekenzinsen und höherem Kredit- bzw. Transaktionsvolumen profitieren. Nach der Meldung sprangen vor allem Hypotheken-Originatoren, weil schon kleine Zinsbewegungen die Pipeline für Kaufkredite und Refinanzierungen beeinflussen: loanDepot (LDI) +19% und Rocket Companies (RKT) +6% wurden in der unmittelbaren Reaktion häufig genannt; bei den Homebuildern war es moderater, etwa Lennar (LEN) +3% und Toll Brothers (TOL) +1%. Daneben liefen auch transaktionssensitive "Housing-Plattformen": Für Opendoor (OPEN) wurde im nachbörslichen Handel ein Sprung von >12% berichtet, was zur Logik passt, dass günstigere Finanzierung die Nachfrage nach Umzügen und Abschlüssen tendenziell belebt.
Als "zweite Ebene" gelten mögliche Profiteure einer IPO-/Entlassungs-Story rund um Fannie/Freddie: Spekulativ reagieren hier häufig die OTC-Aktien von Fannie Mae (FNMA) und Freddie Mac (FMCC) besonders stark, weil jede glaubwürdige Bewegung Richtung Börsenfähigkeit/Privatisierung den Wert der Beteiligungsansprüche sofort neu einpreist. Das hat man 2025 mehrfach gesehen: Am 3. Januar 2025 sprangen FNMA um 24,4% und FMCC um 23,2%, nachdem ein "Framework" für eine geordnete Entlassung aus der staatlichen Aufsicht ("orderly release") Schlagzeilen gemacht hatte. Und am 22. Mai 2025 liefen beide Titel nach erneuten Trump-Kommentaren zu "public" auf Niveaus, die als die höchsten seit 2008 beschrieben wurden. Wie groß der Hebel diesmal tatsächlich wäre, hängt aber an der konkreten Ausgestaltung und selbst der kurzfristige Zinseffekt der angekündigten MBS-Käufe wurde in ersten Einschätzungen eher als begrenzt eingeordnet.








