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Rio Tinto und Glencore in Gesprächen zur Bildung des weltgrößten Bergbaukonzerns

Bildherkunft: AdobeStock_451552820

Rio Tinto (i) und Glencore befinden sich in Gesprächen über einen Deal, der das weltweit größte Bergbauunternehmen mit einem Marktwert von über 200 Mrd. USD schaffen könnte. Hintergrund ist der Ansturm auf Kupfer und andere Metalle, der eine Rückkehr zu großen Übernahmen in der Branche auslöst.

Glencore und Rio Tinto bestätigten unabhängig voneinander, dass Gespräche über eine reine Aktientransaktion laufen. Damit wird ein Zusammenschluss erneut geprüft, der erstmals vor etwa einem Jahr diskutiert wurde, als die USA und andere Länder begannen, die Lieferketten für Metalle und Mineralien umzugestalten, die für Industrien wie Verteidigung, Automobilbau und Halbleiterchips unerlässlich sind. Es wird erwartet, dass Rio Tinto Glencore im Wege eines gerichtlich bestätigten Vergleichs übernimmt, so die Unternehmen. Eine weitere Möglichkeit sei ein Geschäft, das nur bestimmte Vermögenswerte umfasst.

Kupferrausch durch KI und Datenzentren

Der Fokus auf Eisenerz und Kohle führte dazu, dass viele Bergbauunternehmen in der Kupferproduktion schwach aufgestellt waren. Kupfer ist zu einem begehrten Rohstoff geworden, da Investoren auf eine steigende Nachfrage durch den Ausbau von Rechenzentren setzen, die die Einführung von KI und Cloud-Computing unterstützen. Übernahmen können Bergbauunternehmen helfen, ihre Produktion schneller zu steigern als der Bau neuer Minen, der aufgrund von Genehmigungshürden typischerweise Jahre dauert und das Risiko von Kostenüberschreitungen birgt.

Versorgungslücke: Wenn Nachfrage auf Realität trifft

Die US-Kupfer-Futures stiegen diese Woche auf ein Rekordhoch, was die Erwartung widerspiegelt, dass die Nachfrage nach dem Metall steigen und das Angebot begrenzt sein wird. Rechenzentren enthalten viel Kupfer und benötigen für den Betrieb eine riesige Menge kupferintensiver Strominfrastruktur. Auch Elektrofahrzeuge und Windparks verbrauchen Kupfer in weit größeren Mengen als benzinbetriebene Autos und kohlebefeuerte Kraftwerke.

Unterdessen gab es in den letzten Jahren weniger große Entdeckungen, und die Ressourcen liegen tiefer unter der Erde als je zuvor. Der Großteil der im Jahr 2025 gefundenen zusätzlichen Kupferressourcen stammte laut S&P Global Market Intelligence aus bekannten Lagerstätten. Man schätzt, dass es durchschnittlich 17 Jahre dauert, bis eine neue Kupferentdeckung in Produktion geht.

Der Zeitplan und mögliche Strukturen

Nach den britischen Übernahmeregeln hat Rio Tinto bis zum 05.02.2026 Zeit zu bestätigen, ob es ein Angebot für Glencore abgeben oder sich für sechs Monate zurückziehen wird. Laut Jefferies besteht eine Möglichkeit darin, dass Rio Tinto und Glencore ihre Eisenerz- und Kohlegeschäfte als ein in Australien notiertes Unternehmen zusammenlegen und dann ihre Basismetall-Assets unter einer anderen Einheit abspalten. Ein solcher Deal könnte jedoch schwierig zu strukturieren sein und eine hohe Steuerlast mit sich bringen, hieß es. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Glencore sein Kohlegeschäft abstößt und sich dann an Rio Tinto verkauft.

Rio Tinto, das 2018 aus der Kohleindustrie ausgestiegen ist, hat versucht, sich vom Eisenerz zu diversifizieren, das noch im Jahr 2024 fast 80 % seines Gewinns ausmachte. Ein kombiniertes Unternehmen ohne Kohle würde den Großteil seines Geldes mit Kupfer verdienen, gefolgt von Eisenerz und Aluminium, so Jefferies.

Rio Tinto und Glencore verhandeln über einen Zusammenschluss  zum weltgrößten Bergbaukonzern mit einem Wert von über 200 Mrd. USD.  Die mögliche Fusion spiegelt das erneute Interesse der Branche an  großen Übernahmen wider, das durch die Nachfrage nach Kupfer und  anderen Metallen getrieben wird.  Rio Tinto, mit einem Marktwert von rund 145,32 Mrd. USD,  würde Glencore, dessen Wert auf etwa 67,44 Mrd. USD  geschätzt wird, übernehmen.

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