Der Getränkehersteller Coca-Cola Company (KO) hat am Dienstag, den 11. Februar 2025, vor Börsenstart seine Geschäftszahlen für das 4. Quartal und das gesamte Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht und konnte den Markt mit seinen Ergebnissen mehr als überzeugen. Das Unternehmen konnte bei seinem organischen Umsatzwachstum stärker als erwartet zulegen und hat eine optimistische und solide Prognose abgegeben. Die Aktie schloss den Handel mit einem Kursplus von 4,73 % auf 67,60 USD.
Organisches Umsatzwachstum mit 14 % doppelt so hoch als erwartet
Der Nettoumsatz im abgelaufenen Quartal konnte im Jahresvergleich um 6 % auf 11,54 Mrd. USD ansteigen und vor allem das organische Umsatzwachstum von 14 % konnte die Investoren begeistern und die Konsensschätzung von 7,2 % fast verdoppeln. Experten hatten nur mit einem Umsatz von 10,68 Mrd. USD gerechnet. Das Wachstum konnte von einem 9%igen Anstieg bei seinem Preis/Mix profitieren und zeigt die starke Preisgestaltungsmacht die Coca-Cola immer noch besitzt. Der Konsum seiner süßen Konzentrate hat um 5 % zugenommen und lag um 3 Punkte über den Kistenvolumen. Vor allem die zuckerfreie Variante Coca-Cola Zero Sugar wuchs im Quartal um 13 % und im Gesamtjahr um 9 %. Für das gesamte Jahr 2024 lagen die Umsätze mit 47,1 Mrd. USD um 3 % höher als im Jahr 2023 und auch hier konnte man organisch um 12 % kräftig wachsen. Durchwegs alle Länderregionen verzeichnete im Gesamtjahr große Zuwächse. Europa, der Nahe Osten und Afrika konnte um 16 %, Lateinamerika um 25 % und das Nordamerikageschäft um 11 % zulegen. Nur die Region Asien-Pazifik, der Bereich Global Ventures und die Abfüllinvestitionen blieben etwas zurück. Damit konnte Coca-Cola seinen Konkurrenten PepsiCo (PEP) weit hinter sich lassen und sich weitere Marktanteile bei den nichtalkoholischen Getränken sichern.
Betriebsmargen und Gewinne im 4. Quartal deutlich verbessert
Die konsolidierte vergleichbare Betriebsmarge konnte im 4. Quartal von 21,0 auf 23,5 % verbessert werden und so lag der bereinigte Gewinn pro Aktie 12 % über dem Vorjahreswert bei 0,55 USD. Damit hat man die Marktschätzungen von 0,52 USD leicht übertreffen können. Vor allem Zuwächse des währungsbereinigten Betriebsergebnisses in Lateinamerika von 46 % und in Nordamerika mit 26 % sind hervorzuheben. Aufs Gesamtjahr betrachtet fiel die Betriebsmarge von 24,7 auf 21,2 % zurück, da man eine Belastung von 3,1 Mrd. USD in Bezug auf die Neubewertung der Übernahme der Premium-Milch- und Proteinshake-Marke fairlife aus dem Jahr 2020 und deutlichen Gegenwind bei Währungsumrechnungen zu verzeichnen hatte. Der vergleichbare Gewinn erreichte 2024 2,88 USD pro Aktie. Der freie Cashflow von 4,7 Mrd. USD lag zwar 51 % unter dem Vorjahreswert, beinhaltet aber eine Kaution in Höhe von 6,0 Mrd. USD für IRS-Steuerstreitigkeiten.
"Unsere Allwetterstrategie funktioniert und wir beweisen weiterhin unsere Fähigkeit, in dynamischen externen Umgebungen führend zu sein. Unsere globale Reichweite, gepaart mit lokaler Marktexpertise und dem unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeiter und unseres Systems versetzen uns in die einzigartige Lage, die enormen Chancen zu nutzen, die vor uns liegen.", sagte James Quincey, Vorstandsvorsitzender und CEO von The Coca-Cola Company.
Im Jahr 2025 soll weiteres organisches Wachstum von 5 bis 6 % generiert werden
Für das gesamte Geschäftsjahr 2025 rechnet Coca-Cola mit einem organischen Umsatzwachstum von weiteren 5 bis 6 % und einem Gewinnwachstum von 2 bis 3 % auf 2,94 bis 2,97 USD pro Aktie. Damit liegt man im Bereich der Schätzungen von 2,95 USD. Man geht davon aus, dass negative Währungseffekte einen Einfluss von 3 bis 4 % auf die vergleichbaren Nettoerlöse und 6 bis 7 % auf den Gewinn haben werden. Der freie Cashflow soll im Jahr 2025 wieder deutlich auf 9,5 Mrd. USD ansteigen.
Plastikflaschen statt Aluminiumdosen, wenn 25 % Zölle in Kraft treten
Etwas unklar sind die zu erwarteten steigenden Kosten in Verbindung mit den neuen Zöllen auf Aluminiumimporte. Donald Trump hat angeordnet 15 % an zusätzlichen Tarifen zu erheben. Diese sollen ab nächsten Monat in Kraft treten und könnten die Herstellungskosten für die Dosen von Coca-Cola deutlich beeinflussen. Sollte dieser Fall eintreten, hat der Getränkehersteller bereits angekündigt, auf andere bestehende Verpackungsangebote wie PET-Flaschen umzusteigen, auch wenn diese im Schnitt weniger oft recycelt werden als die Dosen aus Aluminium. Dieser Schritt könnte die Nachhaltigkeitsziele von Coca-Cola beeinflussen bis zum Jahr 2035 35 bis 40 % der Verpackungen aus Recyclingmaterial zu verwenden. Robert F. Kennedy Jr. wird als Kandidat für das Amt des Gesundheitsministers gehandelt und gilt als Verfechter von zuckerhaltigen Getränken. Da ist es gut, dass Coca-Cola zahllose zuckerfreie Produkte im Angebot hat.
Der Autor Andreas Wimbauer ist in folgende Werte investiert: Coca-Cola, PepsiCo