Rückschlag für Johnson & Johnson! Richter lehnt den dritten Vergleichsversuch durch Insolvenz im Talkumprozess ab!

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Der Pharma- und Biotechnologiekonzern Johnson & Johnson (JNJ) versucht seit einigen Jahren seine rechtlichen Probleme im Zusammenhang mit Talkprodukten zu lösen. Der jetzige dritte Versuch ist erneut gescheitert, da ein texanischer Insolvenzrichter den möglichen Vergleich abgebrochen hat. Der Gesundheitsriese will keine Berufung gegen das Urteil einlegen. Außerdem gab man bekannt, dass die geplante Übernahme von Intra-Cellular Therapies für den 2. April 2025 geplant ist und nicht wie in manchen Berichten fälschlicherweise bereits als abgeschlossen beschrieben hat. Die Aktien brachen um 7,5 % auf 153,25 USD ein und markierten damit den stärksten Tagesverlust seit über fünf Jahren.

Insolvenzverfahren von Red River Talc im dritten Anlauf erneut abgelehnt

Johnson & Johnson sieht sich einer Sammelklage von über 60.000 Klägern konfrontiert, die behaupten, dass Babypuder und andere Talkprodukte Asbest enthielten und Eierstockkrebs verursachten. Der Pharmakonzern hat angeboten die Klagen in einem Vergleich zu beenden und damit ähnliche Klagen in Zukunft zu verhindern. Das US-Konkursgericht für den südlichen Bezirk von Texas hat den Antrag und Plan von Johnson & Johnson abgelehnt. Dieser hatte vorgesehen, seine Tochtergesellschaft Red River Talc in einem Verfahren insolvent gehen zu lassen. Dies wäre eines der höchsten Vergleichsangebote aller Zeiten in einem Masseninsolvenzverfahren gewesen und wurde auch von der überwältigenden Mehrheit der Kläger unterstützt. Richter Christopher Lopez aus Houston erklärte jedoch, das Unternehmen gehöre nicht in das Verfahren nach dem US-amerikanischen Verfahren "Chapter 11" des Insolvenzrechts.

Wissenschaftliche Gültigkeit für die Klagen sehr unwahrscheinlich

Obwohl der texanische Insolvenzrichter den dritten Versuch abbrach und es zu keiner vorzeitigen Regelung der Zehntausenden Talkum-Fälle kommt, erklärte Johnson & Johnson der Rückschlag werde seine Finanzaussichten für die Zukunft nicht beeinträchtigen. Die Firma hat sich dazu entschlossen gegen das Urteil keine Berufung einzulegen und angekündigt die anhängigen Fälle nun im Deliktsrecht zu verhandeln. Der weltweite Vizepräsident für Rechtsstreitigkeiten, Erik Haas, erklärte, man werde die anhängigen Anträge im Rahmen der Multi-District Litigation weiterverfolgen, die alle Fälle im Zusammenhang mit seinen Talkum-Produkten und Eierstockkrebs-Fällen umfasst. Nachdem Daubert-Standard möchte man die Aussagen der Sachverständigen anfechten und für unzulässig erklären lassen. Die Beweislast für eine wissenschaftliche Gültigkeit der eingeholten Gutachten liege beim Kläger und Johnson & Johnson geht nicht davon aus, dass diese der Belastung nachkommen können. Damit dürfte die Mehrheit der berechtigen Ansprüche vor den Bundesgerichten faktisch beendet werden. Johnson & Johnson konnte bereits in den letzten elf Jahren 16 von 17 Eierstock-Fällen gewinnen und dies ermutigt die Firma weiter für zukünftige Klagen. Das Unternehmen wird die rund 7 Mrd. USD, der zuvor für die Insolvenzregelung reservierten Beträge, auflösen. Anstatt ein langwieriges Berufungsverfahren zu verfolgen, wird das Unternehmen die laut seinen Angaben unbegründeten Talk-Klagen erneut vor Gericht ausfechten und versuchen abzuwehren.

Rücksetzer dürften nur von kurzer Dauer sein

Die Ablehnung des Insolvenzantrags wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass der Aktienkurs von Johnson & Johnson seine bisherigen Jahresgewinne einbüßen wird. Im 1. Quartal 2025 konnte die Aktie um knapp 15 % zulegen. Doch viele Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen die Ablehnung auch dieses Mal überstehen wird, nachdem man bereits die ersten beiden gescheiterten Versuche gemeistert hat. Die Kursschwäche dürfte also nur von kurzer Dauer sein.

"Wir bleiben zuversichtlich hinsichtlich unserer Prognose für 2025 und unserer Prognose für 2025 bis 2030.", sagte CEO Joaquin Duato in einer Telefonkonferenz.

Übernahme von Intra-Cellular Therapies soll am 2. April 2025 abgeschlossen sein

Johnson & Johnson gab ebenfalls bekannt, dass die Übernahme von Intra-Cellular Therapies nach der Genehmigung der bevorstehenden Übernahme durch deren Aktionäre am oder um den 2. April 2024 abzuschließen. Das neurowissenschaftliche Portfolio wird durch die Übernahme des atypischen Antipsychotikums Caplyta (Lumateperon) erweitert. Die 14,6 Mrd. USD schwere Übernahme wird voraussichtlich das Umsatzwachstum von Johnson & Johnson im Jahr 2025 um etwa 0,8 % steigern und einen zusätzlichen Umsatz von etwa 700 Mio. USD generieren. Die Finanzierungskosten werden den bereinigten Gewinn je Aktie 2025 um etwa 0,25 USD verwässern und nicht wie vorher geschätzte 0,30 bis 0,35 USD. Diese Schätzungen werden in den Finanzausblick für das Gesamtjahr 2025 einbezogen, wenn das Unternehmen am 15. April 2025 die Ergebnisse des 1. Quartals bekannt gibt. Diese Pressemitteilung korrigiert eine frühere Aussage, wonach der Abschluss bereits erfolgt sei.

Der Autor Andreas Wimbauer ist in folgende Werte investiert: Johnson & Johnson

 

Johnson & Johnson
US4781601046 853260
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