Wie der Wolfsburger Autobauer am gestrigen Abend bekanntgab, beläuft sich das operative Ergebnis nur noch auf 2,8 Mrd. Euro. Der Umsatz stieg hingegen um 3 % auf 78 Mrd. Euro. Noch am Mittwochvormittag hatte Volkswagen mit einer positiven Entwicklung der Absatzzahlen aufgewartet. Im 1. Quartal konnte der größte Autohersteller Europas 1,4 % mehr Autos an seine Kunden ausliefern als im Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg ist vor allem auf eine Zunahme um beinahe 60 % bei den verkauften E-Autos zurückzuführen. Volkswagen setzte weltweit 150.000 Elektrofahrzeuge ab, in Westeuropa verdoppelte sich ihre Anzahl.
Drei Sondereffekte drücken das operative Ergebnis
Dass der Gewinn trotz dieses Aufwärtstrends einbrach, begründete Volkswagen mit drei Sondereffekten: So stellte der Konzern 600 Mio. Euro für CO2-Regulierungen in Europa zurück. 300 Mio. Euro entfielen auf angepasste Rücklagen für den Diesel-Skandal und weitere 200 Mio. Euro legte Volkswagen für Restrukturierungen bei der Softwaretochter Cariad zurück.
Eine zusätzliche Belastung dürften in Zukunft die US-Importzölle darstellen. Donald Trump ließ Anfang April Zölle von 25 % auf Autoimporte wirksam werden. Das Zollmoratorium für 90 Tage, das der US-Präsident am Mittwochabend für eine Vielzahl von Ländern verkündete, erstreckt sich nicht auf Autozölle. So könnten die Gewinne des Wolfsburger Konzerns erheblich gefährdet werden. Analysten gehen von einem Einbruch um bis zu 15 % aus. Vor allem Porsche und Audi dürften in Mitleidenschaft gezogen werden, da sie über keine Produktion in den USA verfügen.
Volkswagen muss den E-Auto-Absatz in Europa noch weiter steigern
Auch in Europa droht Volkswagen langfristig Ungemach. Obwohl der Absatz der Wolfsburger Elektroautos so erheblich zulegen konnte, muss der Konzern diesen noch weiter steigern. Andernfalls drohen ihm Strafzahlungen, da die EU in diesem Jahr die CO2-Grenzwerte verschärfte. Trotzdem bekräftigte Volkswagen, dass es seine für das Gesamtjahr 2025 avisierten Ziele erreichen werde.